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Das Machtinstrument der Mullahs: Chamenei-Berater bezeichnet Straße von Hormus als „wichtiger als Atomwaffen“

Das Druckmittel der Mullahs: Chamenei-Berater nennt Straße von Hormus "wichtiger als Atombomben"

Die Befürchtung, dass der Iran irgendwann Atomwaffen entwickeln könnte, ist weit verbreitet. Doch die Mullahs verfügen über ein weiteres wirkungsvolles Druckmittel, um westliche Staaten unter Druck zu setzen.

Nach Angaben eines Beraters des obersten iranischen Führers Modschtaba Chamenei besitzt die Straße von Hormus für den Iran eine noch größere strategische Relevanz als Atomwaffen. Die Meerenge sei „wichtiger als viele Atombomben“, betonte Chameneis Militärberater Mohsen Resai laut der iranischen Nachrichtenagentur Isna. Die Islamische Republik Iran werde ihre Kontrolle über die Straße sichern.

Schon kurz nach Ausbruch des Kriegs mit dem Iran zeigte sich die für den globalen Energiemarkt bedeutsame Meerenge als effektives Druckmittel für die Führung in Teheran. Mit Drohungen und Angriffen brachte der Iran den Schiffsverkehr praktisch zum Erliegen. Die eingeschränkte Durchfahrt führte zu steigenden Energiepreisen und verstärkte den innenpolitischen Druck auf den US-Präsidenten.

Westliche Staaten werfen dem Iran seit Jahren vor, heimlich an Atomwaffen zu arbeiten. Teheran bestreitet dies und betont, sein Atomprogramm diene ausschließlich zivilen Zwecken.

USA verlangen Zusicherung zur Freihaltung der Straße von Hormus

Die Vereinigten Staaten fordern vom Iran eine öffentliche Zusage, die freie und sichere Schifffahrt zu gewährleisten, und setzten Teheran kürzlich eine Frist bis Samstag. Die iranische Führung solle garantieren, dass die Meerenge offen bleibe und keine Angriffe auf Handelsschiffe erfolgen, berichteten unter anderem das Portal „Axios“ und das „Wall Street Journal“ unter Berufung auf US-Beamte.

Der Golfstaat Oman, der in dem Konflikt als Vermittler fungiert, präsentierte einen Vorschlag für eine gebührenfreie Passage durch die Straße von Hormus. Demnach soll der Schiffsverkehr auf der südlichen Route wie vor dem Krieg uneingeschränkt möglich sein, berichtete der Sender CNN unter Berufung auf eine anonyme Quelle. Für die nördliche Route entlang der iranischen Küste wären laut CNN Genehmigungen Teherans erforderlich, jedoch würden auch hier keine Gebühren erhoben.

Die Gespräche am Samstag in der omanischen Hauptstadt Maskat endeten jedoch ohne Durchbruch. Vertreter aus Iran und Oman einigten sich darauf, das Format sowohl auf politischer als auch technischer Ebene fortzuführen, „um eine gemeinsame Lösung zur Gewährleistung der Sicherheit der Schifffahrt“ in der Meerenge zu finden, erklärte das iranische Außenministerium.

Iran erklärt Durchfahrt für gesperrt

In der Nacht zum Sonntag verkündete der Iran, die Straße von Hormus bis auf Weiteres und bis zum Ende der US-Militäraktionen in der Region für gesperrt zu erklären. Die Passage sei verboten. Sollte der „Aggressor“ weitere Angriffe gegen den Iran starten, drohte Teheran mit Vergeltung durch Angriffe auf „feindliche Stützpunkte“ in der Region.

Die Marine der Revolutionsgarden teilte zuvor mit, Warnschüsse auf ein Schiff in der Straße von Hormus abgegeben und dieses gestoppt zu haben. Das Schiff habe die maritime Sicherheit in der Meerenge gefährdet, erklärten die Revolutionsgarden auf Telegram. Zuvor hätten mehrere Schiffe versucht, eine nicht genehmigte Route zu befahren und Aufforderungen, ihre Route zu ändern, ignoriert.

Die US-Regierung äußerte sich offiziell nicht zu dem Vorfall. Ein US-Beamter bestätigte jedoch dem bekannten Journalisten Barak Ravid, dass die Revolutionsgarden eine Rakete auf ein Handelsschiff abgefeuert hätten, das versuchte, die Straße von Hormus zu passieren. Das Schiff wurde getroffen und schwer beschädigt.

In der Nacht griff das US-Militär nach eigenen Angaben mit Kampfjets, Drohnen und Kriegsschiffen etwa 140 militärische Ziele im Iran an. Zu den Angriffszielen zählten unter anderem Raketenstellungen, Munitionslager sowie Einrichtungen der Küstenüberwachung und Kommunikation, wie das für die Region zuständige Regionalkommando (Centcom) mitteilte. In dieser Woche wurden damit insgesamt mehr als 300 Ziele bombardiert. Als Begründung nannte das US-Militär iranische Angriffe auf die kommerzielle Schifffahrt.

Vertreter aus Washington und Teheran hatten sich Mitte Juni auf ein Rahmenabkommen verständigt, das den Weg für ein dauerhaftes Kriegsende ebnen soll. Darin wurde vereinbart, innerhalb von 60 Tagen eine endgültige Vereinbarung auszuhandeln. Das Abkommen fordert auch die Öffnung der Straße von Hormus. Seit Anfang April gilt zudem eine Waffenruhe. Dennoch kam es immer wieder zu erneuten Angriffen.