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Bundesprogramm zur Stärkung des Heimatgefühls vor Ort gegen Frust

Programm gegen Frust vor Ort: Bund will Heimatgefühl mit Agenda fördern

Minister Alois Rainer setzt sich dafür ein, das Heimatgefühl in Deutschland zu festigen. Dabei richtet er den Fokus besonders auf die alltäglichen Herausforderungen der Bevölkerung. Trotz knapper finanzieller Ressourcen kann er jedoch kaum konkrete Zusagen machen.

Wenn zum Beispiel die örtliche Bäckerei oder Arztpraxis schließt, führt das bei vielen Bürgern zu Frustration – oft auch verbunden mit genereller Unzufriedenheit gegenüber der Politik und dem Vertrauen in den Staat. Die Bundesregierung möchte diese lokalen Probleme gezielter angehen und dadurch das Heimatgefühl stärken. „Unsere Heimat gehört denen, die sich für das Miteinander einsetzen, nicht denen, die Zwietracht säen“, betonte Minister Rainer bei der Präsentation der „Heimat-Agenda“ im brandenburgischen Chorin.

Das Agrarministerium unter CSU-Politiker Rainer ist in der schwarz-roten Koalition auch für Heimatpolitik verantwortlich, ein Thema, das einst von Ex-Innenminister Horst Seehofer bundesweit etabliert wurde. Um diese Thematik künftig präsenter zu machen, stellte Rainer die Agenda „Miteinander ist Heimat“ vor, die vor allem mehr Präsenz vor Ort und einen intensiveren Dialog in den Mittelpunkt stellt.

„Wir gehen dorthin, wo wir gebraucht werden, schaffen verbindliche Formate und setzen die Maßnahmen direkt um“, erklärte Rainer. Heimat entstehe vor allem dann, wenn Menschen selbst erleben, dass sie ihre Umgebung aktiv gestalten können.

Keine zusätzlichen Finanzmittel vorgesehen

Im Zentrum der vorgestellten Agenda, die Rainer idyllisch an einem Dorfteich im Grünen präsentierte, stehen regelmäßige „Heimat-Dialoge“ des Ministeriums in Zusammenarbeit mit Ländern, Kommunen, Verbänden und weiteren Partnern. Ergänzend soll ein „Heimatreport“ als repräsentative Umfrage die Meinungen und Handlungsbedarfe erfassen. Zudem soll ein neuer „Bundespreis Heimat“ Menschen und Initiativen auszeichnen, die sich besonders für das Gemeinschaftsleben engagieren.

Auch eine stärkere Förderung der regionalen Wirtschaft ist angedacht. Angesichts der angespannten Haushaltslage kündigte Rainer jedoch keine zusätzlichen Mittel an. Stattdessen sollen Fördergelder breiter wirken, damit einzelne Projekte nicht einzeln um Unterstützung kämpfen müssen. Die Lösung von Alltagsproblemen soll als Querschnittsaufgabe der gesamten Regierung verstanden werden.

Gerade in Zeiten von Krisen und Umbrüchen soll das Programm ein Zeichen für Zusammenhalt und Zuversicht setzen. „Wir brauchen wieder gemeinsame Ziele, Wertschätzung und Optimismus“, so Rainer. Er versprach: „Wir hören zu, nehmen die Lebensrealität vor Ort ernst, stärken engagierte Menschen und wehren uns gegen Spaltung und Pessimismus.“

Auf die hohen AfD-Stimmanteile in ländlichen Regionen angesprochen, die ebenfalls das Thema Heimat nutzen, erklärte der CSU-Politiker, der Begriff Heimat sei „kein Exklusivrecht der Bundesregierung“. Zugleich machte er deutlich: „Ich fürchte mich nicht vor der AfD.“ Wichtig sei, die vielen positiven Entwicklungen hervorzuheben und sich nicht verunsichern zu lassen.

Vor der Vorstellung seiner Agenda besuchte Rainer im 300-Einwohner-Ortsteil Serwest ein Dorfgemeinschaftshaus, das in einem ehemaligen Schulgebäude untergebracht ist. Dort wurden ihm verschiedene Projekte vorgestellt – von Seniorengruppen und freiwilliger Feuerwehr bis hin zu Yoga-, Tischtennisangeboten und einem Café. Für das noch zu sanierende Obergeschoss werden Ideen gesammelt, wobei der Minister als Favorit hörte, dort eine Arztpraxis einzurichten.

Städte ebenfalls im Fokus

Die Präsidentin des Deutschen Landfrauenverbands, Petra Bentkämper, hob hervor, dass das freiwillige Engagement in der Bevölkerung zunimmt. Mit viel Motivation, Verantwortungsbewusstsein und Pragmatismus gestalten diese Menschen die Zukunft in den Regionen. „Unsere Vereine und Verbände sind zudem wertvolle Orte für demokratisches Lernen.“

Bentkämper zeigte sich erfreut über eine gewisse neue Landlust, betonte aber, dass vor allem junge Frauen weiterhin die ländlichen Gebiete verlassen – unter anderem wegen fehlender Bildungsmöglichkeiten. Laut Ministerium leben 57 Prozent der deutschen Bevölkerung in ländlichen Regionen, die mit vielen mittelständischen Unternehmen fast die Hälfte des Bruttosozialprodukts erwirtschaften.

Der Fokus soll jedoch nicht nur auf dem Land liegen. „Selbstverständlich behalten wir auch die urbanen Räume im Blick“, sagte Rainer. So sei für ihn sein Heimatort in Bayern Heimat, für viele andere dagegen Stadtteile wie Berlin-Neukölln oder Berlin-Kreuzberg.