Außergewöhnlicher Militärkontakt: US-General trifft kubanischen Generalstabschef
Die Beziehung zwischen den USA und Kuba bleibt angespannt, begleitet von großen Befürchtungen einer Eskalation. Dennoch berichtete das US-Militär nun von Gesprächen über „operative Sicherheitsfragen“.
Nur wenige Tage nach Berichten über eine mögliche militärische Zuspitzung trafen sich hochrangige Generäle beider Nationen zu einem ungewöhnlichen direkten Austausch. Wie beide Seiten erklärten, kam es zu einem Treffen zwischen General Francis Donovan, Leiter des US-Regionalkommandos Southcom, und Roberto Legrá Sotolongo, Chef des Generalstabs der kubanischen Revolutionären Streitkräfte, im Außenbereich des US-Militärstützpunkts Guantánamo Bay auf Kuba.
Während des kurzen Treffens wurden laut US-Militär bei X „operative Sicherheitsfragen“ besprochen, ohne weitere Details preiszugeben. Das kubanische Verteidigungsministerium bezeichnete das „positive Treffen“ in einer knappen Mitteilung in Havanna als einvernehmlich. Dabei seien Themen von beiderseitigem Interesse angesprochen worden, und man habe sich darauf verständigt, die Kommunikation fortzusetzen. Konkrete Inhalte des Dialogs blieben auch seitens Kubas unerwähnt.
Vor wenigen Tagen berichtete das US-Nachrichtenportal „Axios“, Kuba habe über 300 Militärdrohnen erworben. Die kommunistische Regierung soll Pläne prüfen, diese Drohnen für Angriffe auf den US-Stützpunkt Guantánamo Bay, US-Marineeinheiten und möglicherweise auf Key West in Florida einzusetzen. Kuba wies diese Berichte zurück, betonte jedoch sein Selbstverteidigungsrecht bei einem US-Angriff.
Seit der Revolution sind die Beziehungen zwischen Washington und Havanna gespannt. Unter der Präsidentschaft von Donald Trump verschärften sich die Spannungen nochmals. Mit zusätzlichen Sanktionen und einer Ölblockade versuchte Trump, Druck aufzubauen, um in Kuba wirtschaftliche und politische Veränderungen im Sinne der USA zu erzwingen.
Der umstrittene Militärstützpunkt Guantánamo
Der US-Militärstützpunkt Guantánamo Bay befindet sich an Kubas südöstlicher Küste. Das Gebiet steht seit 1903 durch einen umstrittenen Pachtvertrag unter US-Kontrolle. Nach dem Sieg der kubanischen Revolution unter Fidel Castro 1959 betrachtet Kuba diesen Vertrag als ungültig.
Der Stützpunkt ist vielen vor allem als Standort des Gefangenenlagers bekannt, das die USA nach den Anschlägen vom 11. September 2001 errichteten. Dort waren zeitweise bis zu 800 Personen inhaftiert, darunter mutmaßliche islamistische Terroristen, die oft ohne Prozess festgehalten und teilweise gefoltert wurden. Zahlreiche US-Regierungen versuchten, das Gefängnis zu schließen, scheiterten jedoch daran, dass keine Länder bereit waren, die verbliebenen Häftlinge aufzunehmen. Aktuell befinden sich noch 15 Gefangene dort.