Auf der Zielliste der Ukrainer: Anschlag in Moskau trifft ranghohen Militär
Wer war der Mann, der bei der Explosion einer Autobombe in Moskau ums Leben kam? Nach Berichten handelt es sich um eine hochrangige Persönlichkeit innerhalb der russischen Streitkräfte. Besonders brisant ist, dass in unmittelbarer Nähe des Anschlagsortes bereits zuvor ein General getötet wurde.
Das Todesopfer der Autobombenexplosion nahe der russischen Hauptstadt Moskau soll laut verschiedenen Berichten ein ranghoher Militär gewesen sein. Unbestätigten Angaben ukrainischer und russischer Blogger zufolge handelte es sich bei dem Verstorbenen um einen Oberst oder sogar General der russischen Raketentruppen.
Das unabhängige russische Nachrichtenportal „Astra“ sowie das Investigativmedium „The Insider“ berichten, dass es sich bei dem Opfer um General Damir Dawydow handelt. Er war im russischen Verteidigungsministerium für die Versorgung der Front mit Raketen und Artilleriemunition verantwortlich. Laut „The Insider“ wurde der Anschlag durch Kräfte des ukrainischen Geheimdienstes verübt.
Die angebliche Adresse des 57-Jährigen war bereits seit 2023 in einer öffentlich zugänglichen Feindliste der Ukraine verzeichnet. Der ukrainischen Datenbank „Buch der Henker“ zufolge war Dawydow unmittelbar an der Planung und Durchführung des russischen Militäreinsatzes am 24. Februar 2022 beteiligt, so „The Insider“.
Nach Angaben des Staatlichen Ermittlungskomitees ereignete sich die Explosion am Dienstag gegen 5:30 Uhr Ortszeit in einem fahrenden BMW. Ein Ermittlungsverfahren wurde eingeleitet, wobei die genaue Ausrichtung der Untersuchungen noch offen bleibt.
Der Zeitung „Kommersant“ zufolge wurde die Bombe mit bis zu einem halben Kilogramm Sprengstoff unter dem Fahrzeugboden angebracht. Am Abend entschärften die Behörden zudem einen verdächtigen Gegenstand im Südwesten Moskaus durch eine kontrollierte Sprengung.
Anschläge richten sich gezielt gegen Militärs
Ukrainische Geheimdienste führen immer wieder Anschläge auf russische Militärangehörige sowie auf übergelaufene Ukrainer durch. Im Februar dieses Jahres wurde der stellvertretende Leiter des russischen Armeegeheimdienstes nach Angaben der Behörden bei einem Attentat schwer verletzt. Im April vergangenen Jahres wurde der stellvertretende Leiter der Haupteinsatzdirektion des Generalstabs, Jaroslaw Moskalik, bei einem Autobombenanschlag in unmittelbarer Nähe des aktuellen Anschlagsortes getötet. Laut „Astra“ war er ein enger Vertrauter des nun getöteten Generals.
Im Dezember 2024 kam der russische General Igor Kirillow bei einem Bombenanschlag in Moskau ums Leben. Der ukrainische Geheimdienst SBU bekannte sich damals zu dem Anschlag und machte Kirillow für den Einsatz chemischer Waffen gegen ukrainische Truppen verantwortlich. Russland bestritt diese Vorwürfe. Zudem wurde bei einem weiteren Anschlag die Tochter eines bekannten russischen Nationalisten getötet.