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Radikale jüdische Siedler legen Moscheen im Westjordanland in Brand

"Jüdische Rache": Radikale Siedler setzen Moscheen im Westjordanland in Brand

Infolge eines gewaltsamen Konflikts im Westjordanland kamen mehrere Israelis und Palästinenser ums Leben. Daraufhin versuchten rechtsreligiöse jüdische Siedler, Moscheen der Palästinenser in Brand zu setzen und brachten Graffiti mit rachsüchtigen Botschaften an.

Nach palästinensischen Angaben griffen israelische Siedler im besetzten Westjordanland zwei Moscheen an und beschmierten Gebäude mit Graffiti. Im Dorf Kusra, südöstlich von Nablus, setzten sie eine erst vor Kurzem fertiggestellte Moschee in Brand, erläuterte Abdel Asim Wadi, der Vorsitzende des Gemeinderats. Außerdem sprühten die Siedler hebräische Schriftzüge an die Wände, darunter die Worte „Jüdische Rache“ sowie den Namen eines der Israelis, die am Freitag bei einer Schießerei im Westjordanland getötet worden waren. Wadi erklärte: „Das Dorf wurde seit 2011 mehrfach attackiert. Die Übergriffe haben seit Beginn des Krieges deutlich zugenommen.“

Vertreter der Palästinenser berichteten zudem, dass Siedler versucht hätten, eine Moschee nahe Kur, südöstlich von Tulkarm, anzuzünden. Drei Siedler hätten sich in den frühen Morgenstunden bemüht, Feuer zu legen, so Farid Dschijusi, Gemeinderatsmitglied. Gottesdienstbesucher konnten die Flammen jedoch löschen, bevor sie den Hauptteil der Moschee erreichten. Auch hier wurden hebräische Graffiti an den Wänden hinterlassen. Dschijusi betonte: „Dies ist der erste Angriff, den unser Dorf erlebt hat.“

Das israelische Militär informierte, dass Truppen, die nach Kusra entsandt wurden, Graffiti sowie Spuren von Brandstiftung festgestellt hätten. Die Suche nach Verdächtigen laufe, und die Polizei werde Beweismaterial sichern. In einer Erklärung hieß es: „Die Sicherheitskräfte verurteilen solche Vorfälle, einschließlich der Beschädigung religiöser Stätten, aufs Schärfste und werden weiterhin entschlossen handeln, um Sicherheit und öffentliche Ordnung in der Region zu gewährleisten.“

Der Armee wird wiederholt vorgeworfen, nicht energisch genug gegen radikale Siedler vorzugehen, die Palästinenser und deren Eigentum angreifen, oder diese sogar zu unterstützen. Es gibt kaum Berichte über strafrechtliche Verfolgung von Siedlern nach solchen Angriffen.

Pläne für weitere Siedlungen

Erst am vergangenen Freitag drangen bewaffnete israelische Siedler in die Nähe des palästinensischen Dorfes Tal südwestlich von Nablus ein. Bei einer Schießerei starben vier Palästinenser und zwei israelische Soldaten. Nach Angaben der Vereinten Nationen und der Palästinensischen Autonomiebehörde reiht sich dieser Vorfall in eine wachsende Reihe gewaltsamer Übergriffe von Siedlern ein, bei denen allein in diesem Jahr Dutzende Palästinenser getötet und Hunderte verletzt wurden.

Nach dem Vorfall am Freitag ordnete Israels Ministerpräsident Benjamin Netanjahu, der bei den Parlamentswahlen im Oktober erneut antreten will, eine Verstärkung der Truppen im Westjordanland an. Zudem kündigte er die Genehmigung weiterer Siedlungen in der Region an. Diese Siedlungen sind stark gesichert und werden vom Militär geschützt. Nach internationalem Recht gelten sie als illegal.

Die Vereinten Nationen bewerten die Siedlungen als Verstoß gegen das Völkerrecht, eine Einschätzung, die von den meisten Staaten weltweit geteilt wird. Rechtsextreme Politiker innerhalb der israelischen Regierung, darunter der bekannte Hardliner und Finanzminister Bezalel Smotrich, fordern eine beschleunigte Integration des Westjordanlandes in Israel.

Das Westjordanland wurde im Nahostkrieg 1967 von Israel besetzt. Seit Beginn des Gaza-Kriegs im Oktober 2023 wurden dort laut offiziellen israelischen Angaben mindestens 48 Israelis bei Angriffen palästinensischer Seite oder bei Militäreinsätzen getötet. Nach einer Zählung der Nachrichtenagentur AFP auf Basis palästinensischer Behördenangaben kamen im selben Zeitraum mindestens 1094 Palästinenser durch israelische Soldaten oder Siedler ums Leben.