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Tote und Verletzte in der Ukraine: Russland intensiviert Angriffe auf Kiewer Zivilbevölkerung

Tote und Verletzte in Ukraine: Russland attackiert Kiewer Bevölkerung heftig

Nach vier Jahren Krieg ohne Aussicht auf ein Ende treffen erneut zahlreiche Raketen und Drohnen Kiew sowie weitere Regionen der Ukraine. Dabei werden viele Menschen verletzt oder verlieren ihr Leben. Präsident Selenskyj beklagt die mangelnde Unterstützung durch die westlichen Verbündeten.

In der Nacht verursachten heftige russische Luftangriffe nach Angaben lokaler Behörden mehrere Todesopfer und Verletzte in der Ukraine. In Kiew wurden mindestens vierzehn Personen verletzt, während in der Stadt Dnipro vier Menschen ums Leben kamen. Auch in anderen ukrainischen Gebieten gibt es Berichte über Opfer und Schäden.

Zeugen berichten, dass in Kiew eine Rakete in ein Hochhaus einschlug, das daraufhin teilweise einstürzte. Der Bürgermeister Vitali Klitschko warnte, dass sich möglicherweise noch Menschen unter den Trümmern befinden. Zudem brachen in verschiedenen Stadtvierteln durch herabfallende Trümmer Brände an Gebäuden und Fahrzeugen aus. In Kiew und nahezu der gesamten Ukraine ertönten in der Nacht die Luftalarm-Sirenen. Tausende Bewohner suchten Schutz in U-Bahn-Stationen.

In Dnipro bestätigten die örtlichen Behörden vier Todesfälle und mindestens 16 Verletzte, von denen 15 derzeit im Krankenhaus behandelt werden. Aus der nordöstlichen Region Charkiw meldete der Gouverneur zehn Verletzte, darunter ein elfjähriges Mädchen. Auch aus Saporischschja wurden Angriffe mit Raketen und Drohnen registriert. Nach Angaben der ukrainischen Luftwaffe setzte Russland bei den Angriffen zudem ballistische Raketen ein.

In Polen, dem westlichen Nachbarland, erklärte das Militär auf der Plattform X, dass die Luftabwehr aufgrund der russischen Angriffe in der Ukraine in Alarmbereitschaft versetzt wurde. Militärflugzeuge seien aufgestiegen. Bei größeren Angriffen in der Ukraine kommt es in Polen häufig zu solchen Alarmierungen, wobei gelegentlich auch Kampfjets von Nato-Partnern starten.

Selenskyj kritisiert unzureichende Verteidigungsunterstützung

In seiner abendlichen Videobotschaft am Montag warnte der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj erneut vor einem möglichen großangelegten russischen Angriff. „Geheimdienstinformationen zu russischen Angriffen sind weiterhin aktuell. Ein massiver Schlag ist denkbar, sie haben sich darauf vorbereitet“, erklärte Selenskyj. Obwohl die ukrainische Flugabwehr einsatzbereit sei, räumte er ein, dass fehlender Nachschub aus dem Westen die Abwehr von ballistischen Raketen und Marschflugkörpern erschwere.

Russland hatte in der vergangenen Woche angekündigt, „systematische Schläge“ auf militärische Ziele und Entscheidungszentren in Kiew zu planen. Dies sei eine Reaktion auf einen Drohnenangriff im vergangenen Monat auf ein Wohnheim in der von Russland besetzten Region Luhansk, bei dem 21 Menschen starben. Die Ukraine wies eine Verantwortung für den Angriff zurück. Die Angaben konnten nicht unabhängig verifiziert werden.

Die Ukraine wehrt sich seit mehr als vier Jahren mit Unterstützung des Westens gegen die russische Invasion. Beide Konfliktparteien setzen dabei intensiv Drohnen und Raketen ein, um Ziele im Hinterland des Gegners anzugreifen.