Irans Präsident fordert Wandel und dementiert Rücktrittsgerüchte
Irans Präsident Peseschkian äußert sich mit ungewöhnlich deutlichen Worten und fordert eine umfassende Veränderung der Führung im Land – weg von einer kleinen Elite hin zu mehr Beteiligung der Bevölkerung. Seine Aussagen treffen jedoch auf ein System, das stark von den Revolutionsgarden geprägt ist.
Massud Peseschkian, Präsident Irans, plädiert für eine grundlegende Neuausrichtung des Führungsstils. Gleichzeitig wies sein Büro Spekulationen über einen Rücktritt entschieden zurück.
Laut der Revolutionsgarden-nahen Nachrichtenagentur Fars erklärte Peseschkian, dass die Führung nicht ausschließlich aus einer kleinen Gruppe von Funktionären und Beamten bestehen könne. Er forderte stattdessen die Einbindung aller gesellschaftlichen Schichten, wirtschaftlichen Akteure, Wissenschaftler sowie der breiten Bevölkerung.
Peseschkian gilt als Befürworter von Reformen. Seine Forderungen stehen im starken Gegensatz zur bestehenden Machtstruktur. Ein Blick auf die wichtigsten Vertreter der iranischen Führung zeigt, dass viele Schlüsselpositionen seit Jahren von Personen mit engen Verbindungen zu den Islamischen Revolutionsgarden besetzt sind.
Der Präsident betonte, dass ehrliche Kommunikation mit der Bevölkerung und deren Einbindung in Entscheidungsprozesse und Problemlösungen die Chancen erhöhen, Herausforderungen erfolgreich zu bewältigen. Wenn die Menschen mit Schwierigkeiten konfrontiert sind, müssten auch die Verantwortlichen an ihrer Seite stehen und sich für Lösungen einsetzen.
Gleichzeitig wies Peseschkians Büro Berichte zurück, wonach der Präsident seinen Rücktritt beim obersten Revolutionsführer Modschtaba Chamenei eingereicht habe. Man versicherte, dass Peseschkian weiterhin dem Volk dienen werde.
Darüber hinaus appellierte Peseschkian erneut an die Bevölkerung, Energie einzusparen. Sollte es nicht gelingen, den Verbrauch von Strom, Gas und anderen Energieträgern zu reduzieren, könnten Teile der Industrieproduktion beeinträchtigt werden. Die Gesellschaft müsse sich der bestehenden Realitäten sowie der Anforderungen und Kosten des Widerstands bewusst sein. Seit dem Angriff der USA und Israels Ende Februar befindet sich der Iran in einem Krieg, der das Land politisch und wirtschaftlich stark belastet.