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Abschiebungen als Popkultur: US-Regierung inszeniert ICE-Festnahmen als Kampf gegen Aliens

Abschiebungen als Popkultur: US-Regierung feiert ICE-Festnahmen als Kampf gegen Aliens

Die US-Regierung präsentiert auf einer neuen Webseite die Festnahmen mutmaßlich illegaler Einwanderer durch die Behörde ICE. Dabei wird jedoch nicht von Menschen gesprochen, sondern von Aliens. Frühere Regierungen werden einer Verschwörung zur Förderung der Migration bezichtigt.

Unter Präsident Donald Trump hat die US-Regierung eigens eine Webseite eingerichtet, um ihre harte Abschiebepolitik zu feiern. Dort heißt es auf „aliens.gov“, einer Unterseite des offiziellen Internetauftritts des Weißen Hauses: „Sie wandeln unter uns.“

In grünem, durchlaufendem Text vor einem Sternenhintergrund steht: „Sie kauften in denselben Geschäften ein, besuchten dieselben Schulklassen wie unsere Kinder und führten scheinbar gewöhnliche Leben. Mit einer Ausnahme – sie gehören nicht hierher.“ Die Darstellung ähnelt einer Mischung aus Science-Fiction- und Alien-Thriller-Elementen und erzählt die Geschichte der illegalen Einwanderung aus Sicht der US-Regierung als ein lange verborgenes Geheimnis, bei dem Millionen „im Schutz der Dunkelheit“ ins Land gekommen seien und sich in der Gesellschaft eingenistet hätten.

Außerdem wird behauptet, dass sich vor Präsident Trump niemand der „Gefahr“ angenommen habe, obwohl „zahlreiche Präsidenten, Kongressabgeordnete und hohe Beamte“ über die Situation informiert gewesen seien. Tatsächlich haben jedoch die beiden vorangegangenen demokratischen Präsidenten Barack Obama und Joe Biden jeweils über eine Million Menschen pro Amtszeit abgeschoben. Die Zahl unter Trumps erster Präsidentschaft lag hingegen vermutlich darunter.

Diese „Aliens“ seien keine fiktiven „kleinen grünen Männchen“, sondern Millionen illegal Eingewanderte, heißt es weiter. Im gesamten Text werden die Betroffenen konsequent als „Aliens“ bezeichnet, wobei der englische Begriff sowohl Außerirdische als auch Ausländer oder Fremde bedeuten kann.

Eine sogenannte „Alien-Arrest Map“ zeigt angeblich live die Festnahmen der Einwanderungsbehörde ICE in den USA. Eine kontinuierlich steigende Zahl dokumentiert die „Begegnungen“ mit Personen, die nach Ansicht der Regierung nicht in den USA sein sollten. Abschließend heißt es: „Die Vertuschung ist vorbei. Schützt die Grenze. Schiebt sie alle ab.“ Zudem gibt es einen direkten Link zu einer Webseite, auf der „verdächtige“ Personen direkt an ICE gemeldet werden können.

Trump fiel wiederholt durch diskriminierende und entmenschlichende Äußerungen auf. So bezeichnete er Migranten als Ungeziefer, das „ausgerottet“ werden müsse. Solche Begriffe wurden auch während des Genozids in Ruanda 1994 verwendet, als die Hutu-Mehrheit über das Radio dazu aufgerufen wurde, die Tutsi-Minderheit als „Ungeziefer“ zu töten. Innerhalb von knapp drei Monaten wurden etwa 500.000 Menschen ermordet. Außerdem nannte Trump Migranten „Feinde des Volkes“ und warf ihnen vor, das Blut der Nation zu vergiften. Er verbreitete zudem die widerlegte Behauptung, Migranten hätten Haustiere gestohlen und gegessen.