Audimax » Politik » Absicht oder Versehen? Trump droht offenbar US-Verbündetem Oman mit Angriff

Absicht oder Versehen? Trump droht offenbar US-Verbündetem Oman mit Angriff

Versehen oder Absicht?: "In die Luft jagen": Trump droht offenbar US-Verbündetem Oman

Der Oman gilt als enger Partner der USA. Dennoch drohte Präsident Trump dem Sultanat im Konflikt um die Straße von Hormus mit einem Angriff, sollte es sich nicht angemessen verhalten. Unklar bleibt, ob es sich dabei um eine Verwechslung handelt.

US-Präsident Donald Trump hat dem mit den USA verbündeten Oman offenbar mit militärischen Konsequenzen gedroht, falls das Sultanat im Streit um die Wiederöffnung der Straße von Hormus auf die Seite des Iran tritt. Bei einer Kabinettssitzung im Weißen Haus forderte Trump, dass Oman sich „benehmen“ müsse. Andernfalls würden die USA gezwungen sein, „sie in die Luft zu jagen“.

Auf die Frage, ob er einer kurzfristigen Regelung zustimmen würde, bei der Iran und das gegenüberliegende Oman die Kontrolle über die strategisch bedeutende Meerenge übernehmen könnten, antwortete Trump deutlich: „Nein, die Meerenge wird für alle offenbleiben.“ Er betonte, es handele sich um internationale Gewässer und Oman müsse sich wie alle anderen verhalten, andernfalls drohe eine Eskalation: „Wir müssen sie in die Luft jagen. Sie verstehen das, es wird ihnen gut ergehen.“

Das Weiße Haus reagierte nicht auf Anfragen, ob Trump sich versprochen habe und eigentlich den Iran statt Oman meinte. Das US-Außenministerium veröffentlichte später jedoch Auszüge und das Transkript von Trumps Äußerungen zu Oman, ohne diese zu korrigieren oder zu kommentieren.

Oman ist ein wichtiger Verbündeter der USA und bemüht sich um Vermittlung im Konflikt mit dem Iran. Teheran versucht, den Oman von der Einführung einer Gebühr für die Passage durch die Meerenge zu überzeugen. Der Konflikt hatte Ende Februar mit Angriffen der USA und Israels auf den Iran begonnen. Seitdem ist die Straße von Hormus zu einem zentralen Streitpunkt geworden, da etwa ein Fünftel des weltweit genutzten Erdöls durch diese Meerenge transportiert wird.

Bei derselben Kabinettssitzung verwechselte Trump offenbar auch den Iran mit Venezuela. So äußerte er, Venezuela habe „keine Marine mehr, keine Luftwaffe mehr“ – eine Formulierung, die er zuvor mehrfach im Zusammenhang mit dem Iran verwendet hatte.