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Merz kritisiert scharfe Eskalation nach Raketenangriff bei Kiew

Merz verurteilt "rücksichtslose Eskalation" nach Angriff auf Kiew

Zum ersten Mal hat Russland bei einem Angriff in der Nähe von Kiew eine Oreschnik-Rakete eingesetzt. Die Bundesregierung verurteilt den Gebrauch dieser atomwaffenfähigen Waffe auf das Schärfste. Die EU-Außenbeauftragte warnt vor einem „rücksichtslosen Spiel mit dem Feuer“.

Die Bundesregierung übte scharfe Kritik am Einsatz der atomwaffenfähigen Oreschnik-Raketen durch Russland im Ukraine-Krieg. Bundeskanzler Friedrich Merz schrieb auf X: „Die Bundesregierung verurteilt diese rücksichtslose Eskalation aufs Schärfste. Deutschland steht weiterhin fest an der Seite der Ukraine.“

Außenminister Johann Wadephul bezeichnete Russlands „Raketenterror“ als erschütternd. Der Einsatz des Oreschnik-Raketensystems stelle eine weitere Eskalationsstufe dar. „Das bestärkt mich darin, die beim Nato-Außenministertreffen beschlossenen Maßnahmen konsequent umzusetzen“, fügte er hinzu. Nur eine starke Ukraine könne Präsident Wladimir Putin „zum Einlenken bewegen“. Wadephul rief die Nato-Partner auf, die Ukraine mit weiteren Milliardenhilfen für Militärunterstützung zu stärken.

In der Nacht zum Sonntag bombardierte Russland Kiew mit Raketen- und Drohnenangriffen. Über Stunden hinweg waren immer wieder laute Explosionen zu vernehmen. Am Sonntag bestätigte Moskau den Einsatz der atomwaffenfähigen Mittelstreckenrakete des Typs Oreschnik.

Auch die EU-Außenbeauftragte Kaja Kallas verurteilte den Einsatz der Waffe als ein „rücksichtsloses Spiel mit dem Feuer“. Russland sei „auf dem Schlachtfeld in einer Sackgasse, weshalb es die Ukraine mit gezielten Angriffen auf Stadtzentren terrorisiert“, schrieb Kallas auf X. Frankreichs Präsident Emmanuel Macron äußerte sich ebenfalls kritisch und verurteilte den Abschuss der Oreschnik-Raketen. Dies verdeutliche die „Sackgasse“, in der sich Moskau mit seinem „Angriffskrieg“ befinde, so Macron auf X.

Schon am Samstag hatte Selenskyj vor einem Angriff mit Oreschnik-Raketen gewarnt und sich dabei auf Geheimdienstinformationen berufen. Die Oreschnik-Rakete ist eine atomwaffenfähige Mittelstreckenrakete, die laut Kreml eine Geschwindigkeit von über 12.000 Kilometern pro Stunde erreicht und Ziele in Entfernungen zwischen 3000 und 5500 Kilometern treffen kann. Nach Angaben von Kreml-Chef Wladimir Putin sei es selbst für moderne Luftabwehrsysteme „unmöglich“, die Rakete abzufangen.