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JD Vance sieht US-Truppenabzug als Signal an Europa: „USA sind nicht die Weltpolizei“

"USA sind nicht die Weltpolizei": JD Vance sieht US-Truppenabzug als Fingerzeig für Europa

Im Kontext des Iran-Kriegs zeigt sich US-Präsident Trump enttäuscht über die mangelnde Unterstützung durch Nato-Partner. In Folge dessen verkündete er den Abzug von 5000 US-Soldaten aus Deutschland. US-Vizepräsident JD Vance und das Pentagon bestätigten, dass auch Polen von dieser Maßnahme betroffen ist.

JD Vance, US-Vizepräsident, verteidigte die geplante Truppenreduzierung in Deutschland und Polen. Vor Pressevertretern im Weißen Haus betonte er, dass es nicht darum gehe, sämtliche amerikanischen Soldaten aus Europa abzuziehen. Vielmehr wolle die US-Regierung Ressourcen so umverteilen, dass die nationale Sicherheit optimal gewährleistet bleibt.

Anfang Mai hatten die USA bekanntgegeben, innerhalb eines Jahres 5000 Soldaten aus Deutschland abzuziehen und gleichzeitig die Entsendung von 4000 Soldaten nach Polen zu stoppen. Vance erklärte, dies solle Europa dazu anregen, mehr Verantwortung für die eigene Sicherheit zu übernehmen. „Die Vereinigten Staaten können nicht die Weltpolizei sein“, so Vance. Hinsichtlich Polen handele es sich um eine vorübergehende Verschiebung, nicht um eine endgültige Absage. Die Truppen könnten alternativ an anderen Orten in Europa stationiert werden, fügte er hinzu.

Pentagon bestätigt Reduzierung auf drei Kampfbrigaden

Auch das Pentagon gab bekannt, dass die Anzahl der in Europa stationierten Kampfbrigaden von vier auf drei reduziert wird. Das Verteidigungsministerium erklärte, damit werde das Niveau von 2021 wiederhergestellt. Eine Brigade Combat Team umfasst zwischen 4000 und 4700 Soldaten.

Diese Entscheidung führe zu einer „vorübergehenden Verzögerung“ der Truppenverlegung nach Polen, so das Pentagon. In einer offiziellen Erklärung hieß es, die endgültige Stationierung der US-Streitkräfte in Europa werde zu einem späteren Zeitpunkt entschieden. Die US-Armee werde aber weiterhin eine „starke Militärpräsenz“ in Polen aufrechterhalten.

US-Präsident Donald Trump fordert seit Langem, dass europäische Nato-Partner mehr Verantwortung für ihre Verteidigung übernehmen. Er äußerte sich wiederholt kritisch, da sich andere Nato-Staaten im Iran-Krieg nicht an der Sicherung der Straße von Hormus beteiligen. Zudem übte Trump scharfe Kritik an Bundeskanzler Friedrich Merz, der den USA eine fehlende Strategie im Iran-Krieg vorwarf.

Rubio will bei Nato-Treffen Druck auf Verbündete erhöhen

US-Außenminister Marco Rubio plant, beim Nato-Treffen am Freitag in Schweden den Druck auf die Mitgliedsländer zu verstärken. Beim Außenrat in Helsingborg will Rubio die Staaten zu höheren Verteidigungsausgaben und einer stärkeren Lastenteilung ermutigen, teilte sein Ministerium mit.

Außerdem wird Rubio beim Nato-Rat Gespräche mit Dänemark und anderen arktischen Anrainerstaaten über die Situation in Grönland führen. Zuvor hatte Trump mit einer gewaltsamen Übernahme der Insel gedroht. Derzeit laufen Verhandlungen über Grönland, das zu Dänemark gehört, einem Nato- und EU-Mitglied. Am Rande seiner Reise plant Rubio zudem Treffen mit Nato-Generalsekretär Mark Rutte und dem schwedischen Ministerpräsidenten Ulf Kristersson.