Micah Richards nennt die größte Gefahr für Arsenals Premier-League-Titelkampf: „Alles kann passieren“
In dieser Saison liegt der Premier-League-Titel in Arsenals Händen. Mit nur noch wenigen Spielen ausstehend führt Mikel Artetas Mannschaft die Tabelle mit zwei Punkten Vorsprung an. Gewinnen die Gunners ihre letzten beiden Partien, krönen sie sich zum 14. Mal zum englischen Meister.
Doch trotz dieser komfortablen Ausgangslage darf im Fußball nichts als sicher gelten. BBC-Experte Micah Richards warnt daher davor, den Erfolg schon vorzeitig zu feiern.
Citys dramatischer Titelraub am letzten Spieltag
Richards weiß, wovon er spricht – er war Teil der Man City Mannschaft, die 2011/12 United den Titel noch entriss – die einzige Saison in der Premier-League-Geschichte, in der die Meisterschaft über das Torverhältnis entschieden wurde. Während United-Spieler nach ihrem Sieg gegen Sunderland bereits auf dem Spielfeld feierten, erzielte Sergio Agüero in der 94. Minute den entscheidenden Siegtreffer für City gegen QPR und sicherte damit den Titel mit dem letzten Schuss der Partie.
Der Unterschied diesmal: City müssen beide verbleibenden Spiele gewinnen und darauf hoffen, dass Arsenal Punkte liegen lässt.
Der Druck, der unerwartet kommt
„Ich denke, es wird bis zum letzten Spieltag spannend bleiben“, sagte Richards nach Citys 3:0-Sieg gegen Palace bei Sky Sports’ Kelly Cates. „Jeder kennt das berühmte Agüero-Tor, aber es geht auch um Nerven, Selbstvertrauen und all das.“
„Ich erinnere mich noch genau an die Anspannung in der Kabine vor dem Spiel. Normalerweise gibt es Führungsspieler, auf die man schaut, und wenn die ruhig sind, beruhigt das auch die anderen.“
„Manchmal war das aber nicht der Fall. Es lag eine nervöse Stimmung in der Luft, und genau deshalb, wenn man fragt, ob Man City Arsenal noch einholen kann…“
Als er an das unvergessliche letzte Spiel der Saison 2011/12 zurückdachte, fügte Richards hinzu: „Wir hatten den Titel noch nie gewonnen und standen Sir Alex Ferguson und der großartigen Man United Mannschaft gegenüber. Vor dem Spiel schaute ich zu Vincent Kompany, der sonst immer total fokussiert ist, doch dieses Mal wirkte er nervös.“
Dieses Gefühl wird einigen Arsenal- und City-Spielern in den kommenden eineinhalb Wochen nur allzu vertraut sein. „Arsenal erlebt gerade genau das. Im Laufe der Saison gab es Momente, die dich hoch- und runterziehen“, erklärte Richards weiter. „Selbst mit den erfahrenen Spielern, die wir hatten, gab es immer Nerven. Deshalb gilt: Wenn es bis zum letzten Spieltag spannend bleibt, kann alles passieren.“
Derzeit können nur zwei Teams Arsenal am Titelgewinn hindern – Burnley und Crystal Palace. Keines der Rivalen hat noch große Ziele: Burnley ist bereits abgestiegen, Palace steht mit Platz 15 zwar sicher, aber ohne Gefahr.
Arsenal hat beide Teams in dieser Saison knapp besiegt. Auf dem Papier erscheint das Spiel gegen Burnley am zugänglichsten. Gewinnen Artetas Spieler dieses Match, steigt der Druck auf City.
Guardiolas Mannschaft hat ein etwas schwierigeres Saisonende vor sich – mit Duellen gegen die beiden Teams, die um den fünften Champions-League-Platz kämpfen: Bournemouth auf Rang sechs und Aston Villa auf Platz fünf.
Weitere Verpflichtungen
Wie immer gibt es eine weitere, nicht zu unterschätzende Komponente – Arsenal und Villa haben jeweils das Champions-League- bzw. Europa-League-Finale im Hinterkopf, bewusst oder unbewusst.
Die Devise lautet, sich auf ein Spiel nach dem anderen zu konzentrieren – genau das werden Arteta, Unai Emery und Pep Guardiola ihren Spielern bis zum 24. Mai immer wieder vermitteln.