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US-Finanzminister: Irans Ölproduktion steht wegen voller Lager still

"Lagerkapazitäten erschöpft": US-Finanzminister sieht Irans Ölproduktion brachliegen

Die Sperrung der Straße von Hormus durch den Iran belastet die Weltwirtschaft erheblich. Als Gegenmaßnahme blockieren die USA iranische Schiffe, um den Verkauf von iranischem Öl zu verhindern. Laut US-Finanzminister Scott Bessent zeigt sich die Wirkung dieser Maßnahme deutlich. Die Auswirkungen könnten sich über einen längeren Zeitraum erstrecken.

Nach Angaben von Bessent hat die iranische Ölproduktion faktisch aufgehört. Seit drei Tagen werde auf der für den Export zentralen Insel Kharg kein Öl mehr verladen. In einem Interview mit CNBC erklärte er: „Wir gehen davon aus, dass ihre Lagerkapazitäten erschöpft sind. Es verlassen keine Schiffe den Hafen, und es kommen auch keine an, sodass kein Öl mehr auf See gelagert werden kann.“

Wenn der Iran sein Öl nicht mehr absetzen kann, droht das Überfüllen der Lagerstätten. Sollte dies dazu führen, dass Bohrlöcher stillgelegt werden müssen, könnten diese langfristige Schäden erleiden. Bessent hatte bereits zuvor angedeutet, dass die Blockade zu einem „Shut-in“ der iranischen Ölanlagen führen werde und die Einnahmen Teherans durch die Seeblockade erheblich eingeschränkt würden.

Im Gespräch mit CNBC berichtete Bessent, dass der Iran mit der Reduzierung seiner Produktion begonnen habe. Satellitenaufnahmen würden dies belegen. Analysten gehen davon aus, dass der Iran noch über Lagerkapazitäten für einige Wochen verfügt, aber bereits damit begonnen hat, die Förderung schrittweise zu drosseln, um einen Rückstau zu vermeiden.

Der Minister wertete diese Entwicklung als Erfolg der US-Blockade gegen Schiffe, die iranische Häfen anlaufen oder verlassen wollen. Seit Wochen fängt das US-Militär diese Schiffe ab, um Teheran wirtschaftlich zu schwächen und den Ölexport zu verhindern. Präsident Donald Trump hatte diese Maßnahme als Reaktion auf die iranische Sperrung der Straße von Hormus angeordnet. Im ersten Monat der Blockade wurden nach Angaben der US-Streitkräfte 70 Schiffe umgeleitet, die mit iranischen Häfen in Verbindung standen.

Nach der US-Offensive und der darauf folgenden Waffenruhe erlebt der Iran eine historische Inflation. Die Landeswährung Rial hat ein Rekordtief erreicht, während die Verbraucherpreise sich nahezu verdoppelt haben. Experten führen diese Entwicklung vor allem auf die US-Blockade in der Straße von Hormus zurück, die den iranischen Ölexport als wichtigste Einnahmequelle des Landes stark einschränkt.

Zollstreit mit China

Bessent hob zudem hervor, dass China Interesse am Kauf verschiedener US-Produkte signalisiert habe, darunter Flüssiggas und Rohöl. Um dieser Nachfrage gerecht zu werden, soll die Ölförderung im US-Bundesstaat Alaska ausgeweitet werden. Vor dem Konflikt hatte China mehr als ein Zehntel seines Öls aus dem Iran bezogen.

Für mögliche Zollsenkungen seien jedoch verbesserte Rahmenbedingungen zwischen den USA und China erforderlich, erklärte Bessent im Hinblick auf den Zollstreit. Im Interview mit CNBC erläuterte er, dass ein Handelsrat (Board of Trade) eingerichtet werden solle, der gemeinsam unbedenkliche Güter identifizieren und so Zollsenkungen im Umfang von rund 30 Milliarden US-Dollar (25,6 Milliarden Euro) ermöglichen könne. Dabei würden beidseitige Erleichterungen im Handel angestrebt.

Als Beispiele nannte der Minister „Feuerwerkskörper oder besonders günstige Konsumgüter, die weiterhin aus China importiert werden sollen“, für die Zölle reduziert oder aufgehoben werden könnten. Gleichzeitig betonte er, dass Zollsenkungen nur für Produkte infrage kämen, die keine strategische Bedeutung für die USA hätten und nicht im Inland produziert werden sollten.

Aktuell besucht US-Präsident Donald Trump Chinas Staatschef Xi Jinping in Peking. Begleitet wird er von hochrangigen Ministern und einer Reihe führender Unternehmensvertreter.