Audimax » Politik » Polen distanziert sich: Warschau stoppt Entsendung der US-Kampfbrigade

Polen distanziert sich: Warschau stoppt Entsendung der US-Kampfbrigade

Polen will außen vor sein: Warschau: Entsendungsstopp für US-Kampfbrigade betrifft Deutschland

Das US-Verteidigungsministerium hat kurzfristig die Verlegung von mehreren tausend Soldaten nach Europa ausgesetzt. Ursprünglich war geplant, diese Truppen in Polen zu stationieren, wie ein Bericht nahelegt. Doch Warschau betont, dass Polen nicht involviert sei.

Polnische Stellen haben Meldungen zurückgewiesen, die das Land als betroffen vom Stopp der Entsendung einer US-Kampfbrigade mit über 4000 Soldaten nach Europa darstellen. Verteidigungsminister Wladyslaw Kosiniak-Kamysz schrieb auf X, dass „diese Angelegenheit mit Polen nichts zu tun hat und sich auf die bereits angekündigte Umstrukturierung der US-Militärpräsenz in Europa bezieht“.

Auch Polens Vize-Verteidigungsminister Cezary Tomczyk widersprach den Berichten und verwies auf Deutschland als betroffene Nation: „Das ist falsch. Diese Entscheidung betrifft Deutschland, nicht Polen. Polen arbeitet weiterhin aktiv an einer Verstärkung der US-Truppenpräsenz“, so seine Stellungnahme auf X.

Zuvor berichtete das „Wall Street Journal“ unter Berufung auf einen Pentagon-Beamten, dass die US-Kampfbrigade nicht wie geplant nach Europa entsandt werde. Die Entscheidung sei am Mittwoch bei einem Treffen des US-Europakommandos (Eucom) mit Teilen des US-Heeres bekanntgegeben worden. Die Soldaten sollten ursprünglich für einen neunmonatigen Einsatz in Polen stationiert werden.

Unterstützung an der Ostflanke geplant

Das US-Heer hatte im März angekündigt, dass die Kampfbrigade im Rahmen einer regulären Rotation andere Einheiten ablösen soll. Ein Teil der Truppen und Ausrüstung war bereits unterwegs, weshalb einige Soldaten von der plötzlichen Entscheidung überrascht wurden, berichtet das „Wall Street Journal“.

Nach Angaben der auf Verteidigungsnachrichten spezialisierten Plattform „Task and Purpose“ war vorgesehen, dass die Soldaten hauptsächlich in Polen gemeinsam mit Truppen von Partnerländern operieren. Der Einsatz sollte die „Operation Atlantic Resolve“ unterstützen, die 2014 als Reaktion auf die russische Annexion der Krim initiiert wurde, um Nato-Verbündete zu stärken.

Erst vor knapp zwei Wochen ordnete US-Verteidigungsminister Pete Hegseth den Abzug von etwa 5000 US-Soldaten aus Deutschland an. Polen bestätigte danach seine Bereitschaft, mehr US-Truppen aufzunehmen. Laut polnischem Präsident Karol Nawrocki sind derzeit fast 10.000 US-Soldaten in Polen stationiert, die meisten davon rotieren regelmäßig zwischen verschiedenen US-Militärstandorten in Europa.