Daniss Jenkins von den Pistons: Der überraschende Playoff-Held der NBA
Daniss Jenkins, einer der entscheidenden Akteure in den NBA-Playoffs, durchlief vier verschiedene Colleges, wurde nicht gedraftet und hatte erst vor drei Monaten einen NBA-Vertrag. Im zweiten Spiel erzielte er mehrere wichtige Aktionen, die den Detroit Pistons eine 2-0-Führung in der Serie sicherten.
Jenkins erzielte 16 Punkte von der Bank, versenkte einen Dreier zum Buzzer und holte sechs Rebounds. Am Ende brachte er den Ball sicher über die Zeit, als sein Team die Cleveland Cavaliers mit 107:97 besiegte.
Cade Cunningham ist das Herzstück der Pistons-Offensive, zieht Doppelverteidigungen auf sich und sorgt für defensive Aufmerksamkeit. Im Spiel erzielte er 25 Punkte und gab 10 Assists, übernahm im vierten Viertel die Kontrolle und führte sein Team zum Sieg.
Ein Grund dafür, dass Cunningham in der entscheidenden Phase noch frisch war, lag in Jenkins’ Fähigkeit, Ballhandling-Aufgaben zu übernehmen. Jenkins leistete sich in 26 Minuten nur einen Turnover und verteilte vier Assists. Er stellt mit seinem Scoring (6 von 14 Würfen, 2 von 5 Dreiern) eine ernsthafte Bedrohung dar, sodass Cunningham nicht alles alleine tragen muss.
Daniss Jenkins überzeugt auch in der Verteidigung
Der klein gewachsene Jenkins kämpft zudem hart in der Defensive, erzielte im zweiten Spiel mehrere Ballabpraller und erkämpfte sich zwei offensive Rebounds, die zu zweiten Chancenpunkten führten. Kommentator Brent Barry war so beeindruckt, dass er sagte: „Wenn er Uber-Fahrer wäre, würde ich ihm fünf Sterne geben.“
Jenkins unterschrieb in den vergangenen zwei Saisons jeweils einen Two-Way-Vertrag bei den Pistons, bevor er am 7. Februar in einen regulären NBA-Vertrag befördert wurde. Trotz seiner Unerfahrenheit und Jugend wirkte Jenkins in entscheidenden Situationen und bei auslaufender Spielzeit keineswegs nervös.
Trainer J.B. Bickerstaff wurde für sein Vertrauen in die jungen Spieler am Donnerstagabend belohnt. Der im zweiten Jahr befindliche Forward Ron Holland II zeigte in neun Minuten Spielzeit einen wichtigen Block und einen Steal. Der 23-jährige Ausar Thompson geriet zwar in Foulprobleme, trug aber mit 10 Punkten in 24 Minuten und unermüdlicher Verteidigung zum Erfolg bei.
Der Unterschied: Thompson und Holland wurden an fünfter Stelle gedraftet. Jenkins musste sich seinen Weg selbst erkämpfen, auch im College-Basketball, wo er ein Jahr als Graduierter an St. John’s spielte. Anschließend arbeitete er sich ins Pistons-Team und in die Rotation dieser Saison, wobei er die Erstrunden-Picks Jaden Ivey und Marcus Sasser auf der Tiefenliste hinter sich ließ.
Jetzt spielt Jenkins in mehr als der Hälfte jeder Playoff-Partie für das beste Team der Eastern Conference. Und er liefert ab. Er ist der unerwartetste Spieler, der in diesen Playoffs unverzichtbar geworden ist – und es gibt keinen Grund anzuzweifeln, dass er dieses Niveau halten kann.