Carneys Frühjahrskonjunkturbericht im Überblick – Zahlen und Fakten
Die Bundesregierung unter den Liberalen berichtet von unerwartet hohen Steuereinnahmen und setzt diese Mittel vorwiegend ein, um Haushalte zu unterstützen und das Wirtschaftswachstum anzukurbeln.
Finanzminister François-Philippe Champagne legte am Dienstag das Dokument „Canada Strong For All“ vor, ein fiskalisches Zwischenupdate, das seit dem Haushalt 2025 zusätzliche Ausgaben und Kosten in Höhe von 54,5 Milliarden Dollar enthält.
Dank gestiegener Einnahmen und geringeren Ausgaben an anderer Stelle beläuft sich der Nettozuwachs bei den Ausgaben im Frühjahrskonjunkturbericht auf 37,5 Milliarden Dollar.
Die Liberalen schätzen, dass das Bundesdefizit im vergangenen Jahr bei 66,9 Milliarden Dollar lag – das sind über 11 Milliarden weniger als die im Haushalt 2025 prognostizierten 78,3 Milliarden Dollar, vor allem aufgrund besserer Wirtschaftsleistung und geringerem Ausgabenumfang.
Auch für dieses und die kommenden Jahre werden die Defizite voraussichtlich etwas niedriger ausfallen als ursprünglich angenommen – wären aber deutlich kleiner ohne die geplanten zusätzlichen Ausgaben.
Die seit dem Herbstbudget getätigten Ausgaben werden vor allem durch die bereits angekündigte temporäre Erhöhung der GST-Leistung bestimmt, die bald in „Canada Groceries and Essentials Benefit“ umbenannt wird. Die Mehrkosten sind mit 11,8 Milliarden Dollar über fünf Jahre veranschlagt; die Erhöhung beginnt mit einer 50-prozentigen Anhebung der Leistung ab dem 5. Juni.
Ein weiterer wesentlicher Bestandteil der Ausgaben ist die rund viermonatige Aussetzung der Bundessteuer auf Kraftstoff, die Anfang dieses Monats beschlossen wurde, um die Lebenshaltungskosten zu senken.
Vor dem Frühjahrskonjunkturbericht forderte der konservative Oppositionsführer Pierre Poilievre die Liberalen auf, die Ausgaben drastisch zu kürzen und das Defizit wieder in Richtung eines ausgeglichenen Haushalts zu bringen.
Aktuell plant Ottawa, das Defizit bis 2030-31 auf 53,2 Milliarden Dollar zu reduzieren, sieht jedoch keinen ausgeglichenen Haushalt vor.
Im Frühjahrskonjunkturbericht hält die Bundesregierung an ihren fiskalischen Leitlinien fest, darunter ein sinkendes Defizit im Verhältnis zum BIP sowie ein ausgeglichener operativer Haushalt innerhalb der nächsten drei Jahre.
Die Schuldenquote – das Verhältnis der Bundesverschuldung zum BIP – die unter der früheren Regierung von Premierminister Justin Trudeau als fiskalischer Anker galt, wird voraussichtlich leicht steigen, aber über den Planungshorizont hinweg weitgehend stabil bleiben.
66,9 Milliarden Dollar: Prognostiziertes Defizit für 2025-26, um 11,5 Milliarden Dollar niedriger als in Budget 2025 geschätzt. Das Defizit soll bis 2030-31 auf 53,2 Milliarden Dollar sinken.
37,5 Milliarden Dollar: Nettokosten neuer Maßnahmen über sechs Jahre, die im Frühjahrskonjunkturbericht enthalten sind. 45 Prozent dieser Ausgaben dienen der Bekämpfung der Lebenshaltungskosten und der Wohnungsnot.
7,2 Milliarden Dollar: Durchschnittliche jährliche Steigerung der Bundessteuereinnahmen im Vergleich zu den früheren Haushaltsprognosen.
31 Milliarden Dollar: Jährlicher Zuwachs des nominalen BIP von 2025 bis 2029 gegenüber den Prognosen im Budget 2025.
6 Milliarden Dollar: Investitionssumme über fünf Jahre für „Team Canada Strong“, eine Initiative zur Rekrutierung und Ausbildung von 80.000 bis 100.000 Fachkräften in Handwerksberufen zur Förderung von Wohnungsbau, Infrastruktur und Rohstoffentwicklung.
10,2 Prozent: Kanadas Netto-Schuldenquote zum BIP, die laut Regierung deutlich unter dem G7-Durchschnitt von 101,8 Prozent liegt.
25 Milliarden Dollar: Startkapital, das Ottawa für den „Canada Strong Fund“ bereitstellen will – obwohl im Frühjahrskonjunkturbericht keine Finanzierungsquelle genannt wird.
Null: Die Anzahl der Oppositionsstimmen, die die Liberalen für die Verabschiedung des Frühjahrskonjunkturberichts benötigen – dank ihrer neuen Parlamentsmehrheit.