Studie: ‚Buy Canadian‘-Politik kostet Steuerzahler jährlich 12 Milliarden Dollar
Eine Studie des Montreal Economic Institute schätzt, dass die Bundesregierung durch die „Buy Canadian“-Politik die Kosten für große Infrastrukturprojekte um mehr als 12 Milliarden Dollar pro Jahr erhöhen könnte.
Die Untersuchung zeigt, dass die öffentlichen Ausgaben für Beschaffungen in den Ländern der Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD) im Jahr 2021 durchschnittlich 12,9 Prozent des Bruttoinlandsprodukts ausmachten.
In Kanada lag dieser Wert mit 13,4 Prozent etwas höher, was verdeutlicht, dass die Einkäufe der kanadischen Regierung von Waren und Dienstleistungen einen bedeutenden Anteil an der kanadischen Wirtschaft haben – sogar über dem OECD-Durchschnitt.
Die Studie erwähnt, dass Kanada nach den Handelsspannungen mit den USA öffentliche Beschaffungen nur noch zurückhaltender durchgeführt hatte.
Mit der neuen kanadischen Politik hat dieses Vorgehen bei öffentlichen Beschaffungen, also dem Erwerb von Waren, Dienstleistungen und Bauleistungen durch Regierungen und staatliche Unternehmen, jedoch wieder zugenommen.
Die Studie erklärt, dass die „Buy Canadian“-Politik strengere Kontrollen einführt, um das sogenannte Tarifspringen zu verhindern – wenn ausländische Firmen durch eine lokale Präsenz Tarifzahlungen umgehen.
Demnach sieht die Bundespolitik eine Art Angebotspräferenz vor, bei der kanadische Anbieter bei der Angebotsbewertung als günstiger eingestuft werden.
Auch auf Provinzebene haben Regierungen ähnliche Beschaffungsprotektionismen umgesetzt.
Als Beispiel wird ein Programm aus Kalifornien genannt, das ansässigen Kleinunternehmen eine fünfprozentige Angebotspräferenz gegenüber externen Firmen gewährte. Dadurch stiegen die Gesamtkosten für diese Projekte um 3,6 Prozent, während wettbewerbsstarke Großunternehmen den Markt verließen.
Die Studie legt nahe, dass Kanada ein vergleichbares System für alle Beschaffungsausgaben einführen könnte. Die Mehrkosten pro Kanadier würden dabei zwischen 124 und 320 Dollar liegen.
Zusätzlich wird darauf hingewiesen, dass mit wachsender Regierungsgröße die individuelle Verantwortlichkeit abnimmt, Zuständigkeiten verschwimmen und die Koordination zwischen Kontrollinstanzen leidet – was das Risiko für Korruption erhöht.
„Beschaffungsprotektionismus verschärft dieses Problem, da geringerer Wettbewerb größere Gewinnspannen für die siegreichen Firmen bedeutet, die wiederum politische und bürokratische Akteure an den Gewinnen beteiligen können“, heißt es in der Studie.
„Beschaffungsprotektionismus führt letztlich zu weniger Wettbewerb bei Ausschreibungen, teureren Projekten und ineffizienteren Ergebnissen. Am Ende bleiben Steuerzahler und Nutzer schlechter gestellt zurück.“
Die im Dezember 2025 in Kraft getretene Politik verfolgt das Ziel, „Kanada zum besten Kunden seiner eigenen Industrie zu machen, heimische Branchen zu stärken, kanadische Arbeitskräfte zu unterstützen und eine widerstandsfähigere sowie diversifizierte Wirtschaft in einem sich schnell wandelnden globalen Handelsumfeld aufzubauen.“
Derzeit gilt die Politik für „große, strategische Beschaffungen ab einem Wert von 25 Millionen Dollar“ und soll „bis Frühjahr 2026 auf Aufträge ab 5 Millionen Dollar ausgeweitet werden.“
Mit der Umsetzung von „Buy Canadian“ nutzt die Bundesregierung ihre Beschaffung als strategisches wirtschaftliches Instrument, um die industrielle Leistungsfähigkeit Kanadas zu stärken, heimische Arbeitnehmer und Unternehmen zu fördern und Kanada langfristig besser auf dem Weltmarkt zu positionieren.