Top-Kandidat für Spahn-Nachfolge: Merz plant raschen Personalwechsel
Das Amt des Fraktionsvorsitzenden gehört zu den einflussreichsten Positionen im Berliner Politikbetrieb. Nach dem Rücktritt von Jens Spahn als Fraktionschef der Union plant Kanzler Merz laut Berichten eine zügige Regelung der Nachfolge. Zahlreiche Kandidaten werden diskutiert.
Bundeskanzler Friedrich Merz muss gemeinsam mit CSU-Chef Markus Söder die Nachfolge der Unionsfraktion bestimmen; beide teilen sich das Vorschlagsrecht. „Das Verfahren sowie der Zeitplan werden derzeit mit den Parteigremien und der Fraktion abgestimmt“, erklärte der CDU-Vorsitzende. Nach Angaben des „Spiegel“ aus Parteikreisen strebt Merz eine Entscheidung noch vor Beginn der Sommerpause an. Konkrete Personalentscheidungen seien aber noch nicht gefallen.
Merz hatte Spahn zuvor zum Rücktritt gedrängt, wie aus Parteikreisen verlautet. Dies sei eine Reaktion auf die äußerst kritische Resonanz innerhalb von Partei und Fraktion auf die Leihmutter-Debatte, so „Spiegel“-Informationen. Am Freitagabend fanden mehrere Telefonkonferenzen unter führenden CDU-Politikern, darunter Ministerpräsidenten und Landesvorsitzende, statt. „Die Stimmung war eindeutig“, berichtete ein Insider dem Medium.
Mehrere mögliche Nachfolger im Gespräch
Als Favorit für die Fraktionsführung gilt laut „Spiegel“ in CDU-Kreisen Kanzleramtsminister Thorsten Frei, der bereits während der Regierungsbildung deutlich machte, dass er lieber die Abgeordneten als die Regierungszentrale anführen möchte. Die „Bild“ sieht neben Frei auch Michael Brand, einen der beiden Parlamentarischen Staatssekretäre im Familienministerium, sowie den CSU-Innenminister Alexander Dobrindt als aussichtsreiche Kandidaten.
Für die Leitung des Kanzleramts wird der stellvertretende Fraktionsvorsitzende Günter Krings gehandelt, berichtet der „Spiegel“. Auch Innenminister Alexander Dobrindt wird als möglicher Kandidat genannt. Die „Bild“ beruft sich auf eigene Quellen, wonach auch BND-Präsident Martin Jäger als potenzieller Nachfolger Freis im Kanzleramt gilt.
CSU-Landesgruppenchef Alexander Hoffmann erklärte nach Spahns Rücktritt, dass er bis zur Wahl eines neuen Fraktionsvorsitzenden die Amtsgeschäfte übernehmen werde. „Die Fraktion bleibt damit handlungs- und entscheidungsfähig.“