Erstmals seit Wochen: US-Militär meldet Verluste im Iran-Konflikt mit zwei Toten und einem Vermissten
Nach der jüngsten Eskalation im Iran-Konflikt waren es bisher vor allem iranische Quellen, die Opferzahlen veröffentlichten. Nun meldet auch das US-Militär: Bei einem Drohnenangriff sind zwei Soldaten ums Leben gekommen.
Zum ersten Mal seit Beginn der aktuellen Eskalationsphase im Iran-Krieg bestätigte das US-Militär den Tod von zwei Soldaten. Sie kamen am Freitag bei einem Einsatz in Jordanien ums Leben, als US-Streitkräfte gemeinsam mit Verbündeten auf iranische Raketen- und Drohnenangriffe reagierten, teilte das zuständige Regionalkommando Centcom via X mit.
Vier weitere US-Soldaten mussten demnach zur Behandlung in jordanische Krankenhäuser gebracht werden und konnten inzwischen entlassen werden. Weitere Soldaten erlitten laut US-Militär leichte Verletzungen und sind bereits wieder im Dienst. Die offiziell bestätigte Zahl der im Iran-Krieg gefallenen US-Soldaten steigt damit auf 16.
In den vergangenen Tagen hat sich der Iran-Krieg durch wechselseitige Angriffe erneut verschärft. Das US-Militär griff zuletzt die siebte Nacht in Folge Ziele im Iran an. Nach Angaben des iranischen Gesundheitsministeriums sind dort mindestens 50 Menschen ums Leben gekommen. Die iranischen Revolutionsgarden gaben Vergeltungsangriffe auf US-Einrichtungen in Kuwait, Bahrain und Jordanien bekannt. Bereits zuvor berichtete Jordanien, das einen US-Stützpunkt beherbergt, von Beschuss aus dem Iran.
Rahmenabkommen ausgesetzt
Der Iran hat mittlerweile erklärt, das Rahmenabkommen mit den USA aufgrund der jüngsten Eskalation für nichtig zu erklären. Der oberste Führer Ajatollah Modschtaba Chamenei drohte in einer Stellungnahme mit Vergeltungsmaßnahmen. Modschtaba, der sich bislang nie öffentlich gezeigt hatte, ließ erklären: „Da der amerikanische Feind nun auf Kriegstreiberei, die Übernahme noch schwererer Kosten und eine noch größere Schande aus ist, soll er wissen, dass das geliebte iranische Volk und die Widerstandsfront unvergessliche Lektionen für ihn bereithalten.“
Vizeaußenminister Kasem Gharibabadi erklärte laut dem Bericht der Nachrichtenagentur Fars, das Rahmenabkommen sei ausgesetzt worden. „Wir sind mit der Verteidigung unseres Landes beschäftigt“, sagte der Minister in einem TV-Interview. Die USA hätten mit ihren „aggressiven Maßnahmen“ gegen die Verpflichtungen aus der Absichtserklärung verstoßen. Deshalb fühle sich der Iran nicht mehr an die Vereinbarung gebunden.
Eigentlich hatten sich die USA und der Iran Mitte Juni auf ein Rahmenabkommen verständigt, das den Weg für eine dauerhafte Beendigung des Kriegs ebnen sollte. Vereinbart war, innerhalb von 60 Tagen einen endgültigen Vertrag auszuhandeln. Das Abkommen forderte unter anderem die Öffnung der Straße von Hormus. Seit Anfang April galt zudem eine Waffenruhe, die jedoch bereits vor der jüngsten Eskalation mehrfach verletzt wurde. Die USA erklärten vergangene Woche das Ende dieser Waffenruhe.