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Stauffenberg-Enkel kritisiert Steimle scharf: Großvater wird diffamiert

Großvater "in Schmutz gezogen": Stauffenberg-Enkel wirft Kabarettist Steimle "Geschichtsklitterung" vor

„Wo bleibt eigentlich Stauffenberg, wenn man ihn wirklich braucht?“, fragte Uwe Steimle während eines Kabarett-Auftritts auf einer AfD-Veranstaltung mit Blick auf Kanzler Merz. Der Enkel des Widerstandskämpfers beklagt eine Verharmlosung der NS-Zeit.

Karl Graf von Stauffenberg, Enkel des Hitler-Attentäters Claus Schenk Graf von Stauffenberg, äußerte scharfe Kritik an der Erwähnung seines Großvaters durch Kabarettist Uwe Steimle bei der AfD-Veranstaltung. Gegenüber der „Bild“-Zeitung erklärte er: „Ich bin fassungslos. Das ist eine unverhohlene Geschichtsfälschung.“ Sein Großvater habe sich für „Recht, Ordnung und Freiheit eingesetzt“. Jetzt werde er „in den Dreck gezogen – das ist einfach entsetzlich“.

Bei der Veranstaltung in Dessau-Roßlau (Sachsen-Anhalt) hatte Steimle gefragt: „Wenn ich Friedrich Merz sehe, frage ich mich manchmal, wo eigentlich Stauffenberg bleibt, wenn man ihn wirklich braucht.“ Claus Schenk Graf von Stauffenberg war Wehrmacht-Oberst und leitender Kopf des militärischen Widerstands gegen Adolf Hitler. Das Attentat vom 20. Juli 1944 auf Hitler scheiterte.

„Herr Merz kann man unterschiedlich bewerten, aber ihn mit Hitler zu vergleichen, ist völlig inakzeptabel“, so der Stauffenberg-Enkel gegenüber der Boulevardzeitung. Dies stelle eine „Verharmlosung des Nationalsozialismus“ dar.

Nach Steimles Äußerungen zu Merz und Ex-Kanzlerin Angela Merkel hat die Staatsanwaltschaft Dessau-Roßlau Ermittlungen gegen den Kabarettisten aufgenommen. Eine Sprecherin bestätigte, dass ein Verfahren gemäß § 126 Strafgesetzbuch eingeleitet wurde. Es geht dabei um „die Störung des öffentlichen Friedens durch Androhung von Straftaten“.

Zum neuen Kanzlerportrait Merkels in der Regierungszentrale äußerte Steimle, die CDU-Politikerin habe sich für eine stehende Darstellung entschieden, „weil sie ahnt, dass sie bald sitzen wird“. Er ergänzte: „Im Moment hängt sie erst einmal.“ Und falls der Nagel bricht, „dann stellen wir sie an die Wand. Uns wird schon etwas einfallen.“ Nach dem gescheiterten Putsch wurde Stauffenberg im Berliner Bendlerblock-Innenhof durch ein Erschießungskommando hingerichtet.

Die AfD-Veranstaltung wenige Wochen vor der Landtagswahl in Sachsen-Anhalt sorgte zudem für Empörung, weil zunächst die DDR-Nationalhymne gesungen wurde, bevor die Bundesrepublik-Hymne erklang.