Fünf Verlierer der NBA-Offseason bisher
Die NBA-Offseason schreitet voran, und nach einigen Wochen zeichnet sich immer klarer ab, welche Teams bislang als Gewinner oder Verlierer dastehen. Es ist noch nichts entschieden, und diese Einschätzung bedeutet nicht, dass diese Teams zwangsläufig schlecht (oder gut) sein werden. Vielmehr zeigt sie, dass diese Mannschaften auf dem Papier in der Offseason eher schlechter als besser geworden sind.
Da die meisten dieser Teams weiterhin Playoff-Ambitionen haben, war das Ziel nicht die Verschlechterung, sondern die Verbesserung. Doch jedes Team hier hat entweder keine nennenswerten Veränderungen vorgenommen, sich aktiv verschlechtert oder fragwürdige Entscheidungen getroffen, die viele überraschten.
Boston Celtics
Wichtige Neuzugänge: F Paul George, PF/C Chris Cenac Jr. (Rd 1, Pick 27), SF Dillon Mitchell (Rd 2, Pick 40)
Wichtige Abgänge: SG/SF Jaylen Brown, C Nikola Vucevic
Die Boston Celtics haben sich in dieser Offseason objektiv verschlechtert. In ihrer besten Phase verfügten sie mit Jaylen Brown und Jayson Tatum über zwei Top-15-Spieler. Um diese beiden bauten sie ein erstklassiges Team auf, bis Tatum sich den Achillessehnenriss zuzog. Die Celtics galten nicht als Favoriten, doch Brown führte sie zum zweiten Platz in der Eastern Conference. Doch aus unerklärlichen Gründen sahen die Celtics Brown als Problem und versuchten, ihn für Giannis Antetokounmpo zu tauschen. Als das scheiterte, blieb nur noch ein schlechterer Deal übrig: Brown wurde zu den Philadelphia 76ers für Paul George und einige mittelmäßige Draftpicks getauscht. Erschwerend kommt hinzu, dass niemand weiß, ob Tatum jemals wieder seine alte Form erreicht. Falls nicht, stellt sich die Frage, wer die Last tragen soll. Außerdem verloren die Celtics Nikola Vucevic, der zwar kein Star war, aber als solider Rollenspieler auf einem wenig flexiblen Team wichtig war.
Cleveland Cavaliers
Wichtige Neuzugänge: G Meleek Thomas (Rd 2, Pick 34)
Wichtige Abgänge: F/C Dean Wade, G/F Keon Ellis, F/C Larry Nance Jr.
Die Cleveland Cavaliers verlängerten den Vertrag mit Donovan Mitchell und holten Thomas Bryant zurück – mehr passierte nicht. Solche Maßnahmen rechtfertigen nicht den Status als Gewinner der Offseason. Nach den Schwierigkeiten in den Playoffs hätte man erwartet, dass die Cavs ein Ass im Ärmel haben, doch bis jetzt gab es außer der Verpflichtung von Meleek Thomas am Drafttag keine bedeutenden Veränderungen. Sollte es den Cavs wider Erwarten gelingen, LeBron James zu verpflichten und zugleich James Harden zu halten, könnten sie vielleicht auf einer anderen Liste auftauchen. Zum jetzigen Zeitpunkt sind die Cavs aber klare Verlierer der Offseason.
Miami Heat
Wichtige Neuzugänge: PF Giannis Antetokounmpo, F/C Bobby Portis, G/F Tim Hardaway Jr.
Wichtige Abgänge: SG Tyler Herro, G Kasparas Jakučionis, F Jaime Jaquez Jr., G/F Norman Powell, C Kel’el Ware
Die Verpflichtung von Giannis Antetokounmpo ist grundsätzlich ein starker Move, doch der Verlust von Spielern wie Tyler Herro und Norman Powell schwächt das Team erheblich. Die Heat benötigen Spieler, die das Spielfeld öffnen können, doch nach den Veränderungen in der Offseason fehlt genau diese Fähigkeit. Zwar holten sie Tim Hardaway Jr. zurück und verlängerten mit Andrew Wiggins, doch keiner der beiden ersetzt das Können oder die Produktion von Herro oder Powell. Antetokounmpo ist älter, verletzungsanfälliger und kein guter Distanzschütze – um ihn optimal einzusetzen, braucht es passende Mitspieler. Hätten die Heat einen von Herro oder Powell gehalten, sähe die Lage anders aus. So wirkt es jedoch, als ob Antetokounmpo erneut in einem Team ohne die nötige Tiefe spielt, um konkurrenzfähig zu sein.
New Orleans Pelicans
Wichtige Neuzugänge: Jason Pierre Jr. (Rd 2, Pick 58)
Wichtige Abgänge: Kevon Looney
Was passiert in New Orleans? Die Pelicans versuchen, Trey Murphy III zu traden, verlangen aber offenbar mehr als die Celtics für Jaylen Brown bekamen. In der Free Agency tätigten sie nur eine bedeutende Verpflichtung mit der Verlängerung von DeAndre Jordan und drafteten lediglich den Zweitrunden-Guard Jaron Pierre Jr. Sie bauen ihr Team nicht um, noch versuchen sie aktiv, sich zu verbessern. Das ist bemerkenswert, besonders angesichts ihrer schwachen Performance zum Ende der Saison 2025-2026. Mit nur 26 Siegen und alternden Schlüsselspielern wie Zion Williamson, der bald 27 wird und noch nie Playoffs erreichte, stehen die Pelicans vor einer schwierigen Situation. Williamson ist chronisch verletzungsanfällig und dürfte sein letzter guter Wert als Tradeoption gewesen sein. Die Pelicans sollten daher überlegen, ihn so bald wie möglich zu verkaufen.
Phoenix Suns
Wichtige Neuzugänge: F Mile Bridges, G Luke Kennard
Wichtige Abgänge: G Grayson Allen, F Royce O’Neale
Der Verlust von Grayson Allen ist nicht der Hauptgrund, warum die Suns hier aufgelistet sind. Vielmehr liegt es an Mile Bridges, den sie im Gegenzug erhielten. Im besten Fall ist Bridges ein durchschnittlicher Flügelspieler, der defensiv solide ist, aber weder eine zuverlässige Dreipunktquote noch die Reboundstärke mitbringt, um als Power Forward zu überzeugen – der Position, auf der die Suns ihn sehen. Seine Probleme abseits des Spielfelds, darunter mehrere rechtliche Auseinandersetzungen, sorgen für Bedenken. Zusätzlich gaben die Suns für ihn einen ungeschützten Erstrundenpick ab. Das allein ist schon problematisch, doch nun steht auch noch seine Vertragsverlängerung an. Er hat bereits einen ungünstigen Vertrag, und angesichts seiner Vorgeschichte und seines Alters droht entweder ein weiterer schlechter Vertrag oder sein Abgang ohne Gegenwert. Dieser Transfer sollte die verbleibenden Prime-Jahre von Devin Booker optimal nutzen, doch er sorgt vor allem für Sorgenfalten in Phoenix.