Die Frankreich-Mannschaft von Deschamps und Mbappé tritt einem historischen WM-Club bei
Die aktuelle französische Generation hat sich einen festen Platz unter den größten Fußballteams aller Zeiten gesichert. Mit dem Einzug ins dritte aufeinanderfolgende WM-Halbfinale reiht sich Les Bleus neben Brasilien ein und steht nur einen Schritt hinter Deutschland in einem der exklusivsten Kreise des Sports.
Brasilien erreichte das Halbfinale in drei aufeinanderfolgenden Weltmeisterschaften gleich zweimal (1970, 1974, 1978 sowie 1994, 1998, 2002) und sicherte sich dabei die Titel 1970, 1994 und 2002.
Deutschland setzte noch einen drauf und erreichte beeindruckende vier Halbfinals in Folge. Die Turniere 2002, 2006, 2010 und 2014 festigten die Legende hinter Gary Linekers bekanntem Spruch: „Fußball ist ein einfaches Spiel – 22 Männer jagen 90 Minuten lang einem Ball hinterher, und am Ende gewinnen immer die Deutschen.“ Diese Mannschaften werden mit Ikonen wie Oliver Kahn, Miroslav Klose und Michael Ballack in Verbindung gebracht. Darüber hinaus erreichten die Deutschen zweimal drei Halbfinals in Serie, von 1966 bis 1974 sowie von 1982 bis 1990. In diesen drei Phasen sicherte sich Die Mannschaft dreimal den Titel: 1974, 1990 und 2014.
Nun hat auch Frankreich eine eigene Serie von WM-Halbfinals vorzuweisen, angeführt vom Starstürmer Kylian Mbappé und Trainer Didier Deschamps. Letzterer gilt als Baumeister dieses bemerkenswerten Erfolges, der eine Siegermentalität etablierte, die nur wenige Nationalmannschaften erreichen. Dieses französische Team wird ähnlich in Erinnerung bleiben wie die dominanten deutschen Teams der Vergangenheit – Mannschaften, die durch körperliche Stärke, Durchsetzungskraft und unermüdlichen Einsatz Gegner oft bereits vor Spielbeginn einschüchterten.
Die großen brasilianischen Teams der Vergangenheit, die sich stark vom heutigen Team unterschieden, zeichneten sich durch eine unverwechselbare Mischung aus Flair, Kreativität und Spielfreude aus, die jedes Spiel zu einem Fest des Fußballs machten. Eine Ausnahme bildete die WM 1994 in den USA, als Trainer Carlos Alberto Parreira auf eine robustere, pragmatischere Spielweise setzte, die auf Stärke im Mittelfeld anstelle von technischem Glanz beruhte. Dieses Turnier war das von Romário, aber auch von Spielern wie Dunga und Mauro Silva.
Mbappés Zauber im Zentrum des französischen Erfolgs
Diese französische Mannschaft hat sich kontinuierlich weiterentwickelt. Seit dem WM-Triumph 2018 hat sich das Nationalteam stark verändert. Tatsächlich sind aus dem damaligen Kader nur noch Lucas Hernández, Ousmane Dembélé und natürlich Kylian Mbappé dabei. Im Laufe der Zeit haben Stars wie Paul Pogba, Antoine Griezmann, Raphaël Varane, Olivier Giroud und N’Golo Kanté ihre Spuren hinterlassen. Doch wenn es einen Spieler gibt, der die Identität dieses historischen französischen Teams perfekt verkörpert, dann ist es Mbappé.
Der Real-Madrid-Star zeigt in der französischen Nationalmannschaft regelmäßig seine besten Leistungen. Zwar profitierte er 2018 vom Glanz Pogbas und der unermüdlichen Unterstützung Griezmanns, doch Mbappé hat stets einen Weg gefunden, auf den größten Bühnen seine Handschrift zu hinterlassen. Das gelang ihm auch 2022, als er Lionel Messis Argentinien in einem der denkwürdigsten WM-Finals aller Zeiten an den Rand einer Niederlage brachte. Nun führt er erneut ein französisches Team an, das weiterhin beeindruckt und mit dem Rekord von drei WM-Halbfinals in Folge Geschichte schreibt.