Iran beharrt auf Gebühren für die Durchfahrt der Straße von Hormus
Nach Angaben von Insidern strebt Teheran weiterhin an, von Reedereien Zahlungen für die Durchfahrt der Straße von Hormus zu verlangen. Das Regime sieht darin eine „historische Chance“ und ist bereit, für seine Ziele auch eine militärische Eskalation mit den USA in Kauf zu nehmen.
Der Iran besteht auf seiner Kontrolle über die Straße von Hormus und fordert eine Gebühr für die Schiffspassage. Laut Insiderinformationen ist das Regime bereit, diese Ansprüche notfalls mit Gewalt durchzusetzen. Die Führung in Teheran zielt darauf ab, nach Ablauf des jüngsten Übergangsabkommens mit den USA eine dauerhafte Anerkennung dieses Kontrollrechts zu erreichen. Zwei hochrangige iranische Regierungsvertreter erklärten, dass die Verhandlungen mit den Vereinigten Staaten erst dann auf andere Themen übergehen, wenn in dieser Angelegenheit eine Einigung erzielt wurde.
Ein Insider berichtete, dass der Iran auch gewaltsam vorgehen werde, falls andere Staaten sich weigern, seine Bedingungen zu akzeptieren. Teheran werde nicht nachgeben, selbst wenn dies zu einer erneuten und verschärften Konfrontation mit den USA führe.
Ein weiterer hochrangiger Vertreter der Islamischen Republik betonte, dass der Iran eine „historische Chance“ sehe, sich langfristige Vorteile zu sichern, nachdem er den Konflikt mit den USA und Israel überstanden habe. Die Länder, in denen Reedereien tätig sind, würden aufgrund der steigenden Kosten des Konflikts letztlich eine iranische Kontrolle über die Meerenge akzeptieren. Auch die US-Regierung werde dies hinnehmen, um eine kontinuierliche weltweite Energieversorgung sicherzustellen.
USA lehnen Gebühren für Passage ab
Gemäß dem im Juni geschlossenen Übergangsabkommen zur Beilegung des Konflikts gewährt der Iran Schiffen eine 60-tägige freie Durchfahrt. Allerdings interpretiert Teheran die Vereinbarung so, dass es weiterhin bestimmen kann, welche Schiffe die Meerenge passieren und welche Routen sie nehmen.
Falls das Abkommen Mitte August ohne Verlängerung ausläuft, plant der Iran, Gebühren zu erheben. Am vergangenen Wochenende eröffnete das iranische Militär das Feuer auf vier Schiffe, die ohne Erlaubnis die Meerenge auf der omanischen Seite passieren wollten. Dies führte zu einem kurzen, aber heftigen Gefecht mit US-Streitkräften.
Die Position des Irans steht im Gegensatz zur Haltung der USA. US-Präsident Donald Trump erklärte, es werde keine Gebühren für die Passage der Straße von Hormus geben, außer Washington beschließe dies selbst. US-Außenminister Marco Rubio betonte außerdem, dass kein Land das Recht habe, die Schifffahrt in einer internationalen Meerenge zu blockieren oder Gebühren zu erheben.
Weder die USA noch der Iran haben das UN-Seerechtsübereinkommen unterzeichnet, das die Straße von Hormus als internationale Meerenge definiert und freie Durchfahrt garantiert. Der anliegende Staat Oman hat das Abkommen jedoch ratifiziert. Vor dem Konflikt wurden über die Meerenge etwa ein Fünftel der weltweiten Energieversorgung transportiert.