Abhängigkeiten reduzieren: G7 streben Importobergrenzen für Rohstoffe aus China an
Die westlichen Industriestaaten sind stark auf den Import seltener Erden aus China angewiesen. Um ihre Verwundbarkeit zu minimieren, verfolgen die G7-Länder das Ziel, Obergrenzen für den Import ausgewählter Rohstoffe einzuführen. Für die Europäische Union wird dabei voraussichtlich keine Anpassung der bestehenden Gesetzgebung nötig sein.
Mit dem Vorhaben, die Abhängigkeit von einzelnen Lieferanten außerhalb der G7 und ihrer Verbündeten bei seltenen Erden und Permanentmagneten bis zum Jahr 2030 auf unter 60 Prozent zu reduzieren, möchten die G7 das Risiko einer politischen Erpressbarkeit durch Länder wie China verringern. Dies wurde in einer gemeinsamen Erklärung während des G7-Gipfels im französischen Évian festgehalten. Danach soll möglichst bald eine weitere Reduzierung auf 50 Prozent angestrebt werden.
Obwohl China bei vielen dieser Rohstoffe den Weltmarkt dominiert, wurde das Land in der Erklärung nicht namentlich genannt.
Seltene Erden und leistungsfähige Magnete sind unverzichtbar für verschiedene Branchen, darunter die Industrie, Hightech-Sektoren und die Rüstungsindustrie. Diese Rohstoffe finden sich in Bildschirmen von Smartphones und Fernsehern ebenso wie in Elektromotoren, Halbleitern oder Turbinenantrieben.
China führte 2025 Exportbeschränkungen ein
Im April 2025 setzte China Exportkontrollen durch, die als Reaktion auf die Zollpolitik von US-Präsident Donald Trump verstanden wurden, welche China besonders stark traf. Auch deutsche Firmen spüren die Auswirkungen dieser Maßnahmen.
China begründet die Beschränkungen offiziell damit, dass es sich bei diesen Rohstoffen um Güter mit doppeltem Verwendungszweck handelt, die sowohl zivil als auch militärisch genutzt werden können.
Die Gruppe der seltenen Erden umfasst insgesamt 17 Metalle, die aufgrund ihrer chemischen Eigenschaften zusammengefasst sind. Trotz ihres Namens sind seltene Erden nicht zwangsläufig selten. Die Herausforderung liegt vielmehr darin, Lagerstätten mit ausreichend hoher Konzentration zu finden und wirtschaftlich abzubauen.
China als führender Förderer
Die Bodenschätze sind in China weit verbreitet. Das Land hat sich auf deren Gewinnung spezialisiert und besitzt durch günstige Produktionsbedingungen nahezu ein Monopol auf dem Weltmarkt. Weitere Produzenten seltener Erden sind Brasilien, Indien und Australien.
In der Europäischen Union existiert bereits ein Gesetz, das sich mit Rohstoffen beschäftigt. Es definiert sowohl kritische als auch strategische Rohstoffe, die für grüne und digitale Technologien sowie für Raumfahrt und Verteidigung von zentraler Bedeutung sind. Demnach soll die EU bis spätestens 2030 nicht mehr als 65 Prozent ihres jährlichen Bedarfs an einem strategisch wichtigen Rohstoff in jedem relevanten Verarbeitungsstadium von einem einzelnen Nicht-EU-Land beziehen.
Aus EU-Kreisen wurde mitgeteilt, dass eine Überarbeitung der Gesetzgebung voraussichtlich nicht erforderlich sei, da die Vereinbarung der G7 nur einen deutlich eingeschränkten Bereich im Vergleich zur Gesamtheit der kritischen Rohstoffe betrifft. Zudem seien die Ziele der G7 nicht verbindlich.