Russische Fregatte feuert Warnschüsse im Ärmelkanal – Verbindung zur Schattenflotte?
Am vergangenen Sonntag stoppte die britische Marine im Ärmelkanal einen Öltanker, der mutmaßlich Teil der russischen Schattenflotte ist. Nun sorgt ein russisches Kriegsschiff in der Meerenge zwischen England und Frankreich für Aufregung.
Berichten zufolge soll ein russisches Kriegsschiff im Ärmelkanal in der Nähe einer Yacht Warnschüsse abgegeben haben. Die Crew der in Großbritannien registrierten Yacht meldete den Vorfall laut britischen Verteidigungskreisen. Das Ereignis soll etwa 20 Seemeilen südlich der Isle of Wight stattgefunden haben. Ein Sprecher des britischen Verteidigungsministeriums äußerte: „Wir prüfen Berichte über einen Vorfall im Ärmelkanal.“
Die Yachtbesatzung berichtete, dass ein russisches Marineschiff aus rund 450 Metern Entfernung Warnschüsse abgefeuert habe. Es gab keine Verletzten oder Sachschäden. Nach einer Kontrolle durch ein Beiboot der britischen Royal Navy, der „HMS Tyne“, setzte die Yacht ihre Reise wie geplant fort. Zum Zeitpunkt des Vorfalls überwachte vermutlich ein weiteres britisches Kriegsschiff, die „HMS Mersey“, das russische Schiff.
Dieser Vorfall ereignete sich vor dem Hintergrund erheblicher Spannungen zwischen Russland und westlichen Staaten infolge des russischen Angriffskriegs gegen die Ukraine. Bereits am Sonntag hatte die britische Marine im Ärmelkanal den Öltanker „Smyrtos“ gestoppt, der mit Sanktionen belegte russische Interessen vermuten lässt. Britische Soldaten enterten das Schiff, indem sie sich mit einem Hubschrauber abseilten. Experten gehen davon aus, dass die Präsenz russischer Kriegsschiffe solche Einsätze verhindern oder erschweren soll.
Am Montag erhob die britische Staatsanwaltschaft Anklage gegen den indischen Kapitän des Tankers wegen Verstößen gegen die seit 2022 bestehenden britischen Sanktionen gegen Russland. Nach Angaben britischer Verteidigungskreise besteht wahrscheinlich kein direkter Zusammenhang zwischen dem Vorgehen gegen den Öltanker und den Warnschüssen auf die Yacht.
Mit der sogenannten Schattenflotte versucht Russland, westliche Sanktionen zu umgehen. Nach britischen Informationen umfasst diese Flotte mehr als 700 Schiffe, die unter verschiedenen Flaggen fahren und russisches Öl exportieren.