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Parteichefin Brantner reagiert: Grüne Jugend kritisiert neues Realo-Netzwerk scharf

Parteichefin Brantner kontert: Grüne Jugend empört über neues Realo-Netzwerk

Innerhalb der Grünen sorgt die Jugendorganisation regelmäßig für Aufsehen. Jetzt sind es die Nachwuchsgrünen selbst, die sich empört zeigen. Ein konkurrierendes Realo-Netzwerk soll von der Parteiführung Unterstützung bei seiner Gründung erhalten haben. Dem stellt Brantner sich entgegen.

Der Konflikt bei den Grünen um den Aufbau eines Realo-Netzwerks, das als Konkurrenz zur Grünen Jugend gilt, spitzt sich zu. Im Mittelpunkt steht die Frage, welche Rolle Parteichefin Franziska Brantner und Bundesvorstand Heiko Knopf sowie deren Büros dabei einnehmen. „Dieses Vorgehen gefährdet die Einheit der Partei“, erklärte die Bundessprecherin der Grünen Jugend, Henriette Held, gegenüber der „Süddeutschen Zeitung“. Co-Chef Luis Bobga ergänzte: „Als Parteivorsitzende hat Franziska Brantner die Pflicht, für eine geschlossene Grüne Partei einzutreten.“ Ihr Verhalten erwecke den Eindruck, „dass sie ihrer Verantwortung an dieser Stelle nicht gerecht wird.“

Der jüngste Anlass für den Streit war ein Treffen der „Akademie der Jungen Realos“ mit 120 Teilnehmern am vergangenen Wochenende in Berlin. Brantner und Knopf nahmen ebenfalls daran teil. Mitarbeiter ihrer Büros waren in die Organisation involviert. Offen bleibe, „ob Ressourcen wie Geld, Arbeitszeit und Arbeitsmittel zweckentfremdet wurden, um Nebenstrukturen zur offiziellen Grünen Jugend aufzubauen“, kritisiert Held. Brantner und Knopf weisen diese Vorwürfe zurück. „Wir waren nicht in die Organisation der Akademie eingebunden“, erklärten Knopf und Brantner der SZ. „Mitarbeitende engagierten sich ehrenamtlich, außerhalb ihrer Arbeitszeit und ohne offiziellen Auftrag bei der Veranstaltung.“ „Weder Fraktions- noch Parteimittel wurden verwendet.“

„Ball flach halten“

Der Konflikt um die Parteijugend spaltet auch die Bundestagsfraktion. Die Abgeordnete Karo Otte sagte: „Es steht der Vorwurf im Raum, dass aus dem Parteivorstand Ressourcen abgezweigt wurden, um die Struktur des satzungsgemäßen Jugendverbandes zu untergraben.“ Die Grüne Jugend sei jedoch eine breit unterstützte Vertretung. „Jetzt müssen diese Fragen geklärt werden“, forderte sie. Auch Timon Dzienus mahnte an die Adresse von Brantner und Knopf: „Der Bundesvorstand muss für Transparenz sorgen und ein derartiges Vorgehen unterlassen.“

Die Realos setzen auf Deeskalation. „Mein Rat lautet: Ball flach halten“, so Till Steffen. Einige junge Mitglieder hätten mit großem Engagement ein Diskussionsformat geschaffen, das sie im Jugendverband so nicht gefunden hätten. „Das war’s.“ Grünen-Chefin Brantner betonte ebenfalls: „Als pluralistische Partei sollten wir allen eine Heimat bieten – auch jenen, die etwas anderes suchen als das, was sie aktuell in der Grünen Jugend finden.“