Israels Präsident reicht dem Libanon die Friedenshand – Kämpfe dauern an
Obwohl eine Waffenruhe besteht, dauern die Auseinandersetzungen im Libanon unverändert an. Gleichzeitig richtet sich Israels Präsident Herzog mit einer Friedensbotschaft auf Arabisch an die Bevölkerung des Libanon. Er betont, dass Israel „Frieden mit dem Libanon“ anstrebe, jedoch müssten dafür bestimmte Voraussetzungen erfüllt werden.
Izchak Herzog, der israelische Präsident, wandte sich in arabischer Sprache direkt an die Menschen im Libanon: „Von der Nordgrenze Israels aus reiche ich dem libanesischen Präsidenten und dem libanesischen Volk die Hand zum Frieden.“ Er forderte, dass der Libanon frei von dem Einfluss der pro-iranischen Hisbollah-Miliz, des Irans sowie weiterer Terrorgruppen sein müsse und als eigenständiger, souveräner Staat bestehen solle.
Herzog äußerte zudem: „Ich habe den Wunsch, eines Tages nach Beirut zu reisen.“ Dieser Wunsch könne in Erfüllung gehen, „jedoch nur, wenn die Zukunft des Libanon in Beirut und nicht in Teheran entschieden wird.“
In einer ergänzenden Botschaft auf Englisch erklärte der Präsident: „Die Lage ist eindeutig: Wir in Israel wünschen uns Frieden mit dem Libanon.“ Das israelische Volk unterstütze dieses Ziel. Damit dies möglich werde, müssten sowohl die libanesische Führung als auch die Bevölkerung klar signalisieren, „dass sie Frieden und keinen Terror wollen.“
Trotz der vereinbarten Waffenruhe kommt es weiterhin zu Angriffen zwischen Israel und der Hisbollah. Das israelische Militär ist nach wie vor mit Truppen im Libanon präsent und hat zuletzt seine Positionen weiter ausgedehnt. Die libanesische Nachrichtenagentur NNA berichtete von zahlreichen Luftangriffen in großen Teilen des Südens und Ostens des Landes. Nach ersten Meldungen kamen mindestens 13 Menschen ums Leben. Ein Drohnenangriff auf ein Fahrzeug in der Küstenstadt Sidon südlich von Beirut forderte zwei Todesopfer, so die Staatsagentur.
Die Hisbollah fungiert im Libanon nicht nur als Miliz, sondern auch als politische Partei und versorgt die Bevölkerung in den von ihr kontrollierten Gebieten mit wesentlichen Infrastrukturdiensten. In Washington fanden Gespräche zwischen israelischen und libanesischen Vertretern über eine dauerhafte Waffenruhe statt, die jedoch bislang ohne Ergebnis blieben. Zwischen Libanon und Israel bestehen keine diplomatischen Beziehungen, und ein Friedensvertrag wurde nie unterzeichnet. Seit April führen Regierungsvertreter beider Länder erstmals seit 1983 direkte politische Gespräche.