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Netanjahu-Partei bestätigt: Premierminister kandidiert erneut trotz Trumps Zweifeln

Trump sät zuletzt Zweifel: Netanjahu-Partei kündigt erneute Kandidatur des Premiers an

Premierminister Netanjahu steht schon lange im Zentrum kontroverser Debatten, nicht erst seit dem Konflikt mit dem Iran. Laut Umfragen lehnt die Mehrheit der Israelis ihn ab, doch er beabsichtigt, im Amt zu bleiben. Deshalb hat seine Likud-Partei seine erneute Kandidatur bei den kommenden Parlamentswahlen bekanntgegeben.

Benjamin Netanjahu, der israelische Regierungschef, strebt eine weitere Amtszeit an. Seine Partei erklärte kurz, er werde bei der noch in diesem Jahr stattfindenden Wahl antreten und, so Gott will, als Sieger hervorgehen.

Zuvor hatte US-Präsident Donald Trump Zweifel geäußert, ob Netanjahu überhaupt erneut kandidieren werde. Laut Jonathan Karl, Washington-Korrespondent von ABC News, sagte Trump, er sei unsicher, ob Netanjahu weitermachen wolle, da dieser bereits eine bemerkenswerte politische Laufbahn hinter sich habe. Ein genauer Wahltermin steht noch nicht fest, die Wahl muss jedoch bis Oktober abgehalten werden. Es wird die erste Wahl seit dem Hamas-Angriff auf Israel am 7. Oktober 2023 sein, der die israelischen Militäraktionen im Gazastreifen auslöste.

Seit Dezember 2022 führt Netanjahu die rechtsgerichtetste Koalition in Israels Geschichte. Seine Amtszeit ist geprägt von massiven regierungskritischen Protesten sowie den Konflikten im Gazastreifen, Libanon und Iran. Umfragen legen nahe, dass seine Koalition bei der nächsten Wahl die Mehrheit verlieren könnte. Laut einer Erhebung des Israel Democracy Institute vom 9. Juni sind 61 Prozent der Israelis der Ansicht, dass Netanjahu nicht erneut antreten sollte. Zudem könnte ein Oppositionsbündnis ohne Kooperation mit arabischen Parteien keine parlamentarische Mehrheit erreichen – eine Zusammenarbeit, die einige Oppositionsführer ausgeschlossen haben.

Obwohl Netanjahu und Trump traditionell ein enges Verhältnis pflegen, haben sich laut US- und israelischen Quellen zuletzt Spannungen gezeigt. Beide Politiker hatten im Februar gemeinsam den Konflikt mit dem Iran begonnen. In den letzten Wochen forderte Trump Israel jedoch auf, die militärischen Operationen im Libanon zurückzunehmen, während die US-Regierung parallel über ein Friedensabkommen mit der iranischen Führung in Teheran verhandelt.

Vor Kurzem gab Trump zu, Netanjahu in einem hitzigen Telefonat als „verdammt verrückt“ bezeichnet zu haben, betonte jedoch, dass sie gut miteinander auskämen. Der US-Präsident hat Netanjahu mehrfach gebeten, ihn angesichts laufender Korruptionsverfahren zu begnadigen. Netanjahu weist die Vorwürfe entschieden zurück.