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Gesetzliche Krankenkassen kämpfen weiter mit Milliarden-Defizit trotz Sparmaßnahmen

Sparmaßnahmen reichen nicht: Gesetzliche Krankenkassen haben doch ein Milliarden-Loch

Das umfassende Sparpaket von Gesundheitsministerin Warken sollte ursprünglich das Defizit der gesetzlichen Krankenkassen in diesem Jahr ausgleichen. Dieser Stand hat sich jedoch laut einem aktuellen Bericht verändert. Eine neue Prognose prognostiziert statt eines kleinen Überschusses nun ein Defizit von 2,5 Milliarden Euro.

Die finanzielle Lage der gesetzlichen Krankenkassen verschärft sich zunehmend, während im Bundestag über ein Spargesetz beraten wird. Nach vorläufigen Zahlen für das erste Quartal 2026 erwartet das Bundesgesundheitsministerium ein Defizit im kommenden Jahr, das um 3,5 Milliarden Euro höher ausfällt als bisher angenommen. Dies teilte das Ministerium auf Anfrage in Berlin mit. Zuerst berichtete die „Bild“-Zeitung darüber. Ursache ist ein deutlich stärkerer Anstieg der Ausgaben im ersten Quartal 2026 als für das gesamte Jahr zuvor kalkuliert.

Der Bundestag wird an diesem Freitag über ein vom Kabinett vorgelegtes Sparpaket beraten, das weitere Erhöhungen der Zusatzbeiträge verhindern soll. Die Vorschläge von Ministerin Nina Warken zielen darauf ab, die Krankenkassen 2027 um 16,3 Milliarden Euro zu entlasten. Dies würde das bisher prognostizierte Defizit von 15,3 Milliarden Euro leicht übersteigen. Steigt das Minus nun jedoch um 3,5 Milliarden auf 18,8 Milliarden Euro an, entstünde statt eines kleinen finanziellen Puffers eine neue Lücke von 2,5 Milliarden Euro.

Warken plant, Ausgaben bei Arztpraxen, Kliniken und der Pharmaindustrie zu begrenzen – zusätzlich sollen höhere Zuzahlungen für Medikamente eingeführt und die kostenlose Mitversicherung von Ehepartnern eingeschränkt werden. Gegen diese Maßnahmen formiert sich bereits heftiger Widerstand aus dem Gesundheitssektor. So bezeichnete der Verband der Hausärztinnen und Hausärzte die Kürzungen als „völlig plan- und wahllos“. Die Co-Vorsitzende Nicola Buhlinger-Göpfarth warnte: „Damit wird die hausärztliche Versorgung an der Wurzel beschädigt.“ Die Konsequenzen wären weniger Praxen, eine schlechtere Versorgung und längere Wartezeiten. Bundeskanzler Friedrich Merz hat jedoch als Vorgabe für die Parlamentsberatungen klargestellt, dass der Spar-Puffer nicht weiter schrumpfen darf.