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„Wenn ein Team über Schiedsrichterfehler nicht klagen kann, dann ist es Real Madrid“, sagt LaLiga-Chef Javier Tebas

„Wenn ein Team über Schiedsrichterfehler nicht klagen kann, dann ist es Real Madrid“ – LaLiga-Chef Tebas

LaLiga-Präsident Javier Tebas sprach heute Morgen an der Alfonso-XII-Schule bei einer Konferenz über spanisch-amerikanische Beziehungen. Anschließend ging er auf aktuelle Themen der höchsten spanischen Fußballliga ein.

Er hob hervor, wie Fußball internationale Verbindungen über den Sport hinaus schafft, insbesondere durch die wachsende globale Präsenz der LaLiga.

Beziehungen zum Nahen Osten und den USA

„Fußball hilft dabei, internationale Beziehungen zu Menschen aufzubauen, die nicht unbedingt aus der Sportwelt stammen“, erklärte Tebas. „Auf unseren Reisen entstehen zahlreiche Kontakte.“

Er betonte die häufigen Reisen nach Saudi-Arabien und die engen Verbindungen zu Katar.

„Ich kenne Saudi-Arabien sehr gut. Ich war dieses Jahr bereits zehnmal in Riad“, sagte er. „Katar ist ein weiteres Land, zu dem wir zahlreiche Beziehungen pflegen. Dort finden viele interne Aktivitäten und Sportveranstaltungen statt, wie der spanische Supercup und die Formel 1. Zudem gibt es Investitionen in Vereinsbeteiligungen. Man sieht, dass sie sich kontinuierlich weiterentwickeln wollen.“

Mit Blick auf die USA bezeichnete Tebas den Markt als einen der wichtigsten für LaLiga.

„Die Vereinigten Staaten sind einer der relevantesten Märkte für LaLiga“, so Tebas. „Große Telekommunikationsunternehmen setzen auf LaLiga, um die hispanische Bevölkerung anzusprechen, die mehr als ein Drittel der Gesamtbevölkerung ausmacht.“

Er verwies zudem auf Partnerschaften, etwa mit Disney, um US-hispanische Zuschauer zu erreichen.

LaLigas Vorstoß für Spiele in den USA

Tebas verteidigte die Idee, offizielle Ligaspiele ins Ausland zu verlegen, insbesondere in die USA.

„Es ist schwer nachzuvollziehen, warum einige in Europa LaLiga-Spiele in den USA ablehnen, während sie NFL-Partien in Spanien feiern“, sagte er.

Er stellte das Vorhaben als Chance zur Markenbildung dar, nicht als Wettbewerbsstörung.

„Es geht darum, ein Spiel von 380 auszutragen, um die Marke LaLiga und die Marke Spanien zu stärken“, erklärte er. „Wir sind bereits in den USA präsent, wollen aber unseren Einfluss noch weiter ausbauen.“

Er wies Bedenken bezüglich der Wettbewerbsintegrität zurück.

„Das Vertrauen der Fans wird nur bei LaLiga infrage gestellt“, so Tebas. „Es geht nicht um 20 Spiele, sondern nur um eines. Wir werden es in den kommenden Spielzeiten weiter versuchen, und es wird letztlich Realität.“

Reaktionen zu Real Madrid und Schiedsrichterberichten

Tebas äußerte sich auch zu einem berichteten internen Dokument von Real Madrid zum Thema Schiedsrichterleistungen.

„Ich habe es noch nicht gesehen, freue mich aber darauf“, sagte er. „Ich möchte wissen, auf welches Jahr sich ihre Beschwerden beziehen und ob sie Fehler berücksichtigen, die alle Vereine, einschließlich Real Madrid, betreffen.“

„Wenn ein Team über Schiedsrichterfehler nicht klagen kann, dann ist es Real Madrid.“

Barcelona und finanzielle Regularien

Zum FC Barcelona lobte Tebas die wichtige Rolle des Klubs bei der globalen Expansion der LaLiga.

„Barcelona trägt derzeit wesentlich zum Wachstum der Marke bei“, sagte er. „Sie sind einer der aktivsten Partner der Liga.“

Er erläuterte zudem, wie die finanziellen Vorgaben der Liga Transfers beeinflussen.

„Wird ein Transfer über 100 Millionen Euro auf fünf Jahre verteilt, beträgt die jährliche Belastung 20 Millionen Euro“, erklärte er.

WM 2026 und Wachstum in den USA

Tebas bezeichnete die WM 2026, die in den USA, Mexiko und Kanada ausgetragen wird, als große Chance.

„Die Verteilung der WM-Spielorte ist ein Geschäftsmodell mit Gewinn für alle, besonders für die USA“, erklärte er. „Fußball hat noch einen weiten Weg vor sich, um mit anderen amerikanischen Sportarten mitzuhalten.“

Kritik an den Finanzen der Premier League

Tebas kritisierte das Finanzmodell der Premier League als nicht nachhaltig.

„Die Liga arbeitet mit Verlusten“, sagte er. „In diesem Jahr werden sie 1,2 Milliarden Euro verlieren, während wir nur 70 Millionen Euro Verlust machen.“

Er ergänzte, dass Premier-League-Klubs oft gegen Regulierungen sind, aus Sorge vor externer Einflussnahme, und verwies auf Fälle bei Chelsea, Newcastle und Manchester City.

Warnung vor der Super League

Tebas bekräftigte seine Ablehnung der geplanten europäischen Super League.

„Die Wettbewerbsfähigkeit des europäischen Fußballs muss geschützt werden“, sagte er. „Auf- und Abstieg sind das, was uns von den USA unterscheidet.“

Er kritisierte geschlossene Ligenmodelle.

„Die Super League plante ursprünglich 16 Teams mit nur vier Wildcards. Das gefährdet die Stabilität der Liga“, warnte er. „Franchise-Modelle wie in der NBA sind ebenfalls problematisch.“

Zukunft des globalen Fußballs

Tebas betonte, dass Institutionen wie FIFA und UEFA weiterhin existieren müssen, jedoch Macht mit anderen Organisationen teilen sollten.

„Das neue WM-Format sieht 70 Teams vor“, sagte er. „Die Champions League hat ihre Gruppenphase ausgeweitet. Das schadet den nationalen Ligen, da der Spielplan enger wird.“

Er fügte hinzu, dass die Spielüberlastung zu Beschwerden der Spieler über die Belastung führt.

Bekämpfung von Piraterie und digitale Maßnahmen

Zum Abschluss sprach Tebas das Thema Piraterie an und bezeichnete es als Bedrohung für die Branche.

„Es ist eine Frage der Souveränität“, sagte er. „Es geht darum, das zu schützen, was man aufgebaut hat.“

Er erläuterte, dass LaLiga eng mit großen Technologieunternehmen zusammenarbeitet.

„Wir treffen uns wöchentlich mit Amazon und Google, um unser Produkt vor Hackern zu schützen“, erklärte Tebas.