Wie die FIFA die WM 2026 zu einem rekordverdächtigen 15,2-Milliarden-Dollar-Geschäft machte
Die WM 2026 war ein Festival des Überflusses – mit Stadien, die weltweit ihresgleichen suchen, 104 Spielen, einem Torfeuerwerk der größten Stars des Sports, Donald Trump und vor allem den 15,2 Milliarden Dollar Einnahmen, die die FIFA über alle Einnahmequellen hinweg erzielte – alles zum Wohle des Fußballs. Ein großer Teil dieser Summe fließt laut Experten nun in die sogenannte Fußballpyramide, wobei die nationalen Verbände eine bedeutende finanzielle Unterstützung erhalten, um die Entwicklung des Spiels voranzutreiben.
Diese Einnahmen sind doppelt so hoch wie jene der WM in Katar, die rund 7,6 Milliarden Dollar einbrachte. Russland 2018 generierte etwa 5,5 Milliarden, Brasilien 2014 rund 4,7 Milliarden und Südafrika 2010 circa 3,3 Milliarden.
Was hat sich verändert? Erstens wurde das Turnier auf 104 Spiele erweitert. Zweitens fand der Großteil des Wettbewerbs in einem Land statt, das von Unterhaltung, Marketing und freier Marktwirtschaft geprägt ist.
Die Ticketpreise überraschten Fans in Europa und Südamerika, doch in den USA schreckte kaum jemanden der Preis von etwa 11.700 Dollar für einen Platz in der oberen Stadionebene beim WM-Finale. Die Fernsehrechte stiegen deutlich im Wert, ebenso die kommerziellen Partnerschaften und Sponsoringverträge.
Diese WM war ein Paradebeispiel für moderne Extreme und spiegelte die Entwicklung wider, die alle großen Sportarten, einschließlich Fußball, durchlaufen.
Die USA waren die treibende Kraft hinter dem Turnier, was Präsident Trump automatisch ins Rampenlicht rückte. Von Anfang an gab es innerhalb der FIFA Bedenken, und zwei Ereignisse sorgten besonders für Unruhe. Ironischerweise erregte die gravierendste Angelegenheit am wenigsten mediale Aufmerksamkeit.
Nur zwei Tage vor Turnierstart erklärte Trump, dass Iran nicht in die USA einreisen dürfe. Zwischenzeitlich wurde sogar diskutiert, ob Iran seine Spiele in Mexiko austragen könnte. Die Krise wurde jedoch im letzten Moment durch schnelle grenzüberschreitende Reisevereinbarungen für das iranische Team und seine Delegation abgewendet.
Die FIFA setzte dabei auf Diplomatie und die enge Beziehung zwischen Gianni Infantino und Trump, eine Verbindung, die beide stets offen zugaben.
Während die Iran-Situation das Turnier zu gefährden drohte, stellte Trumps Eingreifen zur Verkürzung der Sperre eines US-Spielers die traditionelle Fußball-Governance infrage. Mehrere nationale Verbände und sogar die UEFA äußerten öffentlich Kritik, was heute als nahezu unüberbrückbare Zerwürfnisse zwischen Infantino und Aleksander Čeferin gewertet wird.
Zwischenzeitlich gab es Schiedsrichter-Entscheidungen, die für Diskussionen sorgten, sowie einen ungewöhnlichen Vorfall, bei dem der Ball nach dem Verlassen des Spielfelds die Kabel des Spidercam-Systems berührte. Diese Ereignisse wurden in den Medien oft stärker durch die Kritik an Infantino aufgebauscht als durch die Vorfälle selbst.
Fußball ist ein Sport – aber auch ein Geschäft. Und aus Sicht der FIFA sind die 15,2 Milliarden Dollar Einnahmen der beste Beweis dafür, dass das neue Geschäftsmodell ein voller Erfolg ist.