Uruguays WM-Debakel verschärft Mourinhos Probleme bei Real Madrid
Uruguays Scheitern bei der Weltmeisterschaft steht außer Frage. Dass La Celeste in einer Gruppe mit Kap Verde und Saudi-Arabien die Qualifikation verpasste, spricht Bände über ihre Leistung. Es war ein kollektiver Zusammenbruch, auch wenn einzelne Spieler besonders kritisiert wurden.
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„Zurück zu Real Madrid“
Einer davon ist Fede Valverde, dessen Turnier besonders unter die Lupe genommen wurde. Er gehörte zu den Spielern, die vor dem entscheidenden Spiel gegen Spanien mit Trainer Marcelo Bielsa aneinandergerieten und wurde mit über einer halben Stunde Spielzeit auf der Uhr ausgewechselt („Ich wollte der Offensive mehr Durchschlagskraft verleihen“, erklärte Bielsa). Nach dem Ausscheiden richteten wütende Fans ihre Kritik gezielt gegen ihn: „Valverde, geh zurück zu Real Madrid – komm hier nie wieder her, denn du hast nichts geleistet. Weder in der Qualifikation, noch bei der WM.“
Für Valverde ist das kein Einzelfall. Ganz im Gegenteil: Es ist der jüngste Tiefpunkt einer Saison, die man am liebsten vergessen möchte. Nicht so sehr wegen seiner Statistik (er stabilisierte Madrid mit neun Toren und 13 Vorlagen, während er in der uruguayischen Qualifikation nur ein Tor erzielte), sondern wegen Leistungen, die oft hinter den Erwartungen zurückblieben. Und vor allem wegen der Ereignisse abseits des Spielfelds.
Im Mittelpunkt stand dabei vor allem sein Verhältnis zu den Trainern. Er beendete die Zusammenarbeit mit Bielsa im Streit und wurde bei Real Madrid als einer der Kritiker von Xabi Alonso wahrgenommen, weigerte sich öffentlich gegen eine Versetzung auf die rechte Abwehrseite (was er später jedoch bestritt) und sorgte mit einem Aufwärmen in Almaty, Kasachstan, für Aufsehen, das als Provokation gegenüber dem baskischen Trainer interpretiert wurde. Nach Alonsos Entlassung erntete der Uruguayer einen großen Anteil der Pfiffe aus den Zuschauerrängen.
Auf dem Weg zur Real-Kapitänsbinde
Unter Álvaro Arbeloa fand Valverde besser zurecht und steigerte sein Niveau, doch sein Image hatte bereits Schaden genommen – und der Vorfall mit Aurélien Tchouaméni verschlechterte es weiter. Die beiden gerieten an zwei Tagen aneinander, und am zweiten Tag landete Valverde nach einem Schlag, einem Sturz und einer Platzwunde an der Stirn, durch die er kurzzeitig das Bewusstsein verlor, im Krankenhaus. Beide Spieler wurden mit jeweils 500.000 € Geldstrafe belegt und wieder in den Kader aufgenommen, doch die Narbe bleibt bestehen…
Vor diesem Hintergrund muss José Mourinho nun agieren, der seine zweite Amtszeit als Trainer bei Madrid antritt. Die Blancos sehen in Valverde eine zentrale Stütze, während im Fall Tchouaméni angedeutet wurde, dass der Klub bei passenden Angeboten einen Verkauf nicht ausschließt. Zudem soll Valverde nach dem Abgang von Dani Carvajal die Kapitänsbinde übernehmen. Mourinho plant eine Schlüsselrolle für ihn in einer Mannschaft, die stärker auf Konter und das Nutzen von Freiräumen ausgerichtet sein wird. Ein Vorteil des frühen WM-Ausscheidens: Die beiden können fast von Beginn der Vorbereitung an gemeinsam mit Madrid trainieren.