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Die Geschichte hinter Argentiniens improvisierten Trikots im WM-Viertelfinale 1986 gegen England

Die Geschichte von Argentiniens improvisierten Trikots im WM-Viertelfinale 1986

Argentiniens 2:1-Viertelfinalsieg gegen England 1986 zählt zu den denkwürdigsten Spielen in der Geschichte der Fußball-Weltmeisterschaft.

Mit dem Falklandkrieg zwischen beiden Nationen noch in frischer Erinnerung und fast 115.000 Zuschauern im legendären Estadio Azteca bei sengender Hitze in Mexiko-Stadt erzielte Diego Maradona innerhalb von fünf Minuten zwei der unvergesslichsten Tore der Fußballgeschichte.

Diese Tore sind aus völlig unterschiedlichen Gründen unvergesslich.

Zunächst fiel Maradonas berüchtigtes „Hand Gottes“-Tor, als er hochstieg und den Ball mit der Faust ins Netz schlug, bevor Englands Torhüter Peter Shilton, der weit aus seinem Tor herausgeeilt war, eingreifen konnte. Der tunesische Schiedsrichter Ali Ben Nasser glaubte, Maradona habe den Ball mit dem Kopf gespielt.

Vier Minuten später eroberte Maradona den Ball in der eigenen Hälfte, setzte sofort zum Angriff an, umdribbelte vier Verteidiger – darunter England-Kapitän Terry Butcher gleich zweimal – und schloss mit einem Tunnel am Torhüter Shilton ab. Dieses Tor wurde später als „Tor des Jahrhunderts“ gefeiert.

Argentiniens unerwartetes Trikotproblem

Allerdings stellte sich heraus, dass vielleicht das großartigste Tor aller Zeiten in einem improvisierten „Fake“-Trikot erzielt wurde.

Da ein Farbkonflikt mit Englands weißem Heimtrikot drohte, sollten die Argentinier im dunkelblauen Ausweichtrikot spielen, das die Spieler als deutlich schwerer empfanden als ihr traditionelles weiß-hellblau gestreiftes Heimtrikot.

Die hohen Temperaturen in der mexikanischen Hauptstadt hätten das Trikot zusätzlich belastet, doch für die Marke Le Coq Sportif blieb keine Zeit, kurzfristig ein neues Design zu entwickeln – wie es Trainer Carlos Bilardo gewünscht hatte.

So trat Plan B in Kraft.

Die Lösung: Märkte in Mexiko-Stadt

Der Legende nach schlug Ersatzkeeper Héctor Miguel Zelada, der damals für Club América spielte, vor, auf den lokalen Märkten im Viertel Tepito nach einem leichteren Trikot in einem ähnlichen Blauton zu suchen.

Rubén Moschella, Mitglied des argentinischen Trainerstabs, kehrte mit zwei blauen Trikots zurück, von denen keines Bilardo wirklich überzeugte. Doch Bilardo musste keines tragen – Maradona schon.

Die Nummer 10 entschied sich für das glänzendere der beiden Trikots, und damit war die Sache erledigt. Moschella ging erneut zum Markt und kaufte Trikots für die ganze Mannschaft, auf die provisorische Abzeichen des argentinischen Fußballverbands aufgenäht und amerikanische Football-Nummern aufgebügelt wurden.

„Damit schlagen wir England“, sagte Maradona.

Der Rest ist Geschichte.

Maradonas im Spiel getragener Trikot wurde im Mai 2022 bei Sotheby’s in London für über 7,1 Millionen Pfund, knapp 9,7 Millionen US-Dollar, versteigert.