Nach Festnahme eines Drogenbosses: Mexikos Präsidentin kritisiert USA wegen Verletzung der Souveränität
Im Jahr 2024 wurde ein bedeutender Drogenboss des berüchtigten Sinaloa-Kartells festgenommen. Während die US-Botschaft in Mexiko betont, dass das FBI an dem Einsatz nicht beteiligt gewesen sei, werfen veröffentlichte FBI-Fotos neue Fragen auf.
Mexiko prüft derzeit, ob die USA bei der Festnahme von Ismael „El Mayo“ Zambada vor zwei Jahren die nationale Souveränität verletzt haben. „Sollte eine US-Behörde in diese Operation involviert gewesen sein, würde dies gegen internationale Abkommen und unsere Verfassung verstoßen“, erklärte Mexikos Präsidentin Claudia Sheinbaum bei einer Pressekonferenz.
Die laufende Untersuchung begann, nachdem das FBI in einer Ausstellung Fotos des Flugzeugs zeigte, mit dem Zambada in die USA gebracht wurde. Mexikos Innenministerin Rosa Icela Rodríguez berichtete, die US-Botschaft habe 2024 versichert, keine US-Behörde sei an dem Einsatz beteiligt gewesen. „Diese Angaben widersprechen sich deutlich. Es liegt eine Falschaussage vor“, ergänzte sie.
Zambada, Mitbegründer des Sinaloa-Kartells, wurde im Juli 2024 in der texanischen Grenzstadt El Paso festgenommen, nachdem er dort zusammen mit einem Sohn von Joaquín „El Chapo“ Guzmán, einem weiteren Gründer des Kartells, in einem Privatflugzeug gelandet war. „El Mayo“ beschuldigte den Sohn von „El Chapo“, ihn in eine Falle gelockt und an US-Behörden übergeben zu haben.
Der unter dem Spitznamen „El Mayo“ bekannte Zambada gründete in den 1990er Jahren gemeinsam mit dem ebenfalls in den USA inhaftierten „El Chapo“ Guzmán das Sinaloa-Kartell. Über viele Jahre entging er der Strafverfolgung, obwohl die USA ein Kopfgeld von 15 Millionen Dollar auf ihn ausgesetzt hatten.