Brunch ruiniert: Warum das Champions-League-Finale zwischen PSG und Arsenal früher beginnt
In den USA bedeutete das Verfolgen des UEFA Champions-League-Finales über Jahre hinweg oft Kompromisse. Fans an der Westküste, deren Chefs wenig Verständnis zeigten, schauten heimlich während der Mittagspause rein, Anhänger an der Ostküste hetzten direkt nach der Arbeit nach Hause, und eingefleischte Fans planten ihren ganzen Samstag rund um Europas größtes Fußballereignis. Für einige wurde es sogar zur Frühstückstradition mit Kaffee, Pfannkuchen und einem großen Bildschirm zum Anpfiff.
Jetzt ändert die UEFA zum ersten Mal alles.
Wann beginnt das Champions-League-Finale 2026 in den USA?
Ab dem Champions-League-Finale 2026 in Budapest zwischen Arsenal und PSG verschiebt sich der Anstoß von der gewohnten 21 Uhr MEZ auf 18 Uhr MEZ. Für die USA bedeutet das einen früheren Start am Nachmittag an der Ostküste um 12 Uhr mittags, aber einen deutlich ungewohnteren Spielbeginn um 9 Uhr morgens an der Westküste.
Fußballfans in Kalifornien werden also plötzlich das größte Klubspiel der Welt eher zum Frühstück als bei einer späten Pizza verfolgen – eine völlig neue Zeitplanung für den Sport.
Die UEFA begründet die frühere Anstoßzeit mit einer besseren Fan-Erfahrung. Sie verweist auf einfachere An- und Abreise für Fans, sichereren Zugang zu öffentlichen Verkehrsmitteln nach dem Spiel und mehr Zeit für die Gastgeberstädte, um von den wirtschaftlichen Vorteilen zu profitieren, wenn Tausende jubelnde Fans nach dem Abpfiff noch Restaurants, Bars und öffentliche Plätze füllen.
Weltweite TV-Quoten der Champions League
Auch aus Sicht der Übertragungen gibt es Vorteile. Ein früherer Samstag-Anstoß ermöglicht größere globale Zuschauerzahlen und gibt vor allem jüngeren Fans bessere Chancen, bis zur Verlängerung und Elfmeterschießen wachzubleiben, ohne dass Eltern bereits zur Halbzeit das Fernsehen ausmachen.
UEFA-Präsident Aleksander Čeferin erklärte, der Verband wolle die Fans „in den Mittelpunkt“ der Planung stellen und argumentierte, dass ein früheres Ende den Anhängern ermögliche, „den restlichen Abend mit Freunden und Familie zu genießen.“
Auch Fangruppen zeigen sich überwiegend zufrieden. Football Supporters Europe bezeichnete die Änderung als „praktische Verbesserung“, die den Reiseaufwand verringert und Tagesausflüge für Stadionbesucher realistischer macht.
Das Champions-League-Finale hat sich bereits einmal gewandelt, als es 2010 von Mittwochabenden auf Samstage verlegt wurde – ein weltweit großer Erfolg. Die UEFA setzt darauf, dass diese Anpassung ebenfalls gut ankommt, auch wenn einige Traditionalisten sich erst daran gewöhnen müssen, dass Europas größtes Fußballereignis nun bei Tageslicht beginnt … während die Amerikaner sich einen frischen Kaffee einschenken.