Arsenal stand kurz vor Champions-League-Geschichte – doch PSG schlägt zurück
Das Team von Luis Enrique hat auch diesmal ein Elfmeterschießen für sich entschieden. Fehler von Eberechi Eze und Gabriel erwiesen sich für Arsenal als entscheidend. David Raya parierte den Versuch von Nuno Mendes, doch es reichte nicht aus. PSG festigte seine Dominanz in Europa mit dem zweiten Champions-League-Titel in Folge, während Arsenal, trotz bewundernswerter Leistung, erneut leer ausging – genau wie vor 20 Jahren.
PSG ging nach einem erbitterten Elfmeterschießen erneut als Champions-League-Sieger hervor. In dieser Saison fielen die Strafstöße immer wieder zugunsten der Franzosen aus. Sie gewannen den UEFA-Supercup gegen Tottenham, den Interkontinentalpokal gegen Flamengo sowie den französischen Supercup gegen Marseille jeweils vom Punkt. Vier Shootouts, vier Erfolge. Glück spielt eine Rolle, aber Vorbereitung ist entscheidend – und Luis Enriques Mannschaft ist vom Elfmeterpunkt tödlich sicher geworden.
Luis Enrique hat sich damit endgültig als PSG-Legende etabliert. Ruhm und Ehre warten auf den spanischen Trainer in Paris. Unter seiner Führung ist der Klub, der jahrelang davon träumte, zur europäischen Spitze zu gehören, nahezu unbesiegbar geworden. PSG verteidigte den Champions-League-Titel und festigte seine Vormachtstellung im europäischen Fußball. Momentan gibt es wohl kein besseres Team weltweit.
Nach dem historischen ersten Champions-League-Titel 2025 folgte für Luis Enrique der nächste Triumph. Es war der dritte Champions-League-Sieg seiner Trainerkarriere und setzt ihn unter die größten Trainer aller Zeiten. Und das in seinem unverwechselbaren Stil – doch nun wirkt seine Mannschaft noch kompletter, dominanter und beeindruckender. Gerade als es schien, PSG könne sich nicht weiter verbessern, gelang genau das.
Das Meisterwerk des Spaniers besiegte Mikel Arteta in einem packenden Trainerduell. Arsenal war der Geschichte zum Greifen nah, doch wie schon 2006 blieb der Traum unerfüllt. Gabriels Fehlschuss ließ die Hoffnungen der Gunners in den Budapester Himmel steigen. Arsenal beendete das Turnier ungeschlagen und lag in nur 43 Minuten des gesamten Wettbewerbs zurück – eine beeindruckende Statistik, die jedoch letztlich wenig zählt. Fußball kann grausam sein, besonders zu Arsenal. Die Suche nach dem ersten Champions-League-Titel geht weiter.
Für Luis Enrique stehen die Champs-Élysées offen. Paris gehört ihm.
Arsenal schlägt früh zu
Entgegen aller Erwartungen war es Arsenal, das den ersten Treffer erzielte. Ein schwacher Klärungsversuch von Marquinhos prallte von Leandro Trossard ab und landete genau vor den Füßen von Kai Havertz, der hinter Achraf Hakimi in den freien Raum sprintete. Der Deutsche hatte so viel Zeit, dass er sich das Eck aussuchen konnte, bevor er den Ball am nahen Pfosten an Matvei Safonov vorbeischoss.
Der Treffer hallte durch London und Budapest und veränderte sofort die Dynamik des Finals – es war erst die sechste Spielminute.
Havertz, ein Spieler, der in großen Finals immer wieder aufblüht, zeigte erneut seine Klasse, wie schon 2021 für Chelsea gegen Manchester City. Arsenal begann forsch und schien fest entschlossen, PSG zu zeigen, dass dieses Finale nicht wie der souveräne Sieg gegen Inter im Vorjahr verlaufen würde. Der Druck war enorm und führte zu zahlreichen Fehlern der Franzosen.
Über weite Strecken schienen die Rollen vertauscht. Arsenal wirkte wie der amtierende Champion, während PSG nervös und unsicher auftrat. Luis Enriques Spieler wirkten angespannt und ohne ihre gewohnte Leichtigkeit.
PSG musste sich zurück ins Spiel kämpfen. Sobald Arsenal in Führung gegangen war, wurde Luis Enrique klar, dass die Taktik, mit der sie im Halbfinale Bayern München entzaubert hatten, gegen Artetas Team nicht ausreichen würde. Arsenal verhinderte konsequent, dass PSG im Umschaltspiel agieren konnte – ein wesentlicher Grund für den Erfolg.
Die Defensive der Engländer war beeindruckend stabil. Gabriel und William Saliba zeigten eine herausragende erste Halbzeit. Mosquera und Piero Hincapié verdoppelten sich immer wieder gegen Khvicha Kvaratskhelia und Désiré Doué. Raya hatte vor der Pause kaum etwas zu tun.
Dembélé trifft vom Punkt zum Ausgleich
PSG steigerte sich gegen Ende der ersten Halbzeit. Luis Enrique wollte Kontrolle, Arsenal genau das Gegenteil. Je weniger Aktion das Spiel hatte, desto zufriedener schien die englische Mannschaft.
Phasenweise dominierte Arsenals Spielstil: nicht langweilig, sondern diszipliniert, kämpferisch und unermüdlich. Die jahrelange Arbeit unter Arteta zahlte sich aus. Deshalb begann Lewis-Skelly, der frische Beine brachte, während Martín Zubimendi auf der Bank blieb.
Das Spiel entwickelte sich genau so, wie zwischen zwei klar definierten Fußballphilosophien zu erwarten war. Beide Teams agierten in ähnlichen Formationen, doch ihre Spielweise könnte kaum unterschiedlicher sein. PSG setzte auf Tempo und Angriff, Arsenal auf Kontrolle und Struktur. Das Finale hielt, was es versprach.
Doch PSG bleibt auch in nicht perfekten Nächten gefährlich. Nach und nach setzte sich Luis Enriques Mannschaft durch und erzielte schließlich den Ausgleich.
Ein seltener Entkommen von Kvaratskhelia aus der Deckung von Mosquera endete mit einem Foul des Arsenal-Verteidigers im Strafraum. Schiedsrichter Daniel Siebert zeigte sofort auf den Punkt. Ousmane Dembélé trat an und verwandelte sicher gegen Raya.
Das Tor veränderte das Spiel. Arsenal wirkte plötzlich verunsichert. Arteta versuchte mit dem Einwechseln von Viktor Gyökeres die Wende herbeizuführen, doch der Ausfall von Martin Ødegaard raubte dem Team den gewohnten Rhythmus.
PSG gewann an Selbstvertrauen und fand mehr Räume. Kvaratskhelia kam gefährlich zum Abschluss, doch Lewis-Skelly und der Pfosten verhinderten den Treffer. Bradley Barcola schien schon sicher zu treffen, doch Raya glänzte mit einer großartigen Parade. Vitinha verfehlte knapp, und Barcola lief später alleine auf das Tor zu, traf aber nur den Außenpfosten.
PSG vergab weiter Chancen. Arsenal hielt dagegen und überstand die Druckphasen.
Die Erschöpfung wurde schließlich zum entscheidenden Faktor. Mit dem Saisonende in Sicht, der nahenden Weltmeisterschaft und der Angst beider Teams vor einem folgenschweren Fehler wurde die Verlängerung zunehmend vorsichtig geführt.
Finale endet im Elfmeterschießen
Das Elfmeterschießen schien unausweichlich.
Dort bewies PSG die Nervenstärke eines Champions. Die Franzosen blieben ruhig, während Arsenal unter der Last von 139 Jahren ohne europäischen Triumph zu leiden schien.
PSG reiht sich nun in die exklusive Liste der Klubs ein, die den Europapokal der Landesmeister bzw. die Champions League zweimal in Folge gewannen – neben Real Madrid, Benfica, Inter Mailand, Ajax, Bayern München, Liverpool, Nottingham Forest und AC Mailand. In der modernen Champions-League-Ära gelang dies zuvor nur Zidane mit Real Madrid.
Das Team von Luis Enrique verdient es, in einem Atemzug mit diesen Größen genannt zu werden. Stark in beiden Strafräumen, dominant im Ballbesitz, gefährlich im Umschaltspiel und effektiv im offenen Spiel – PSG durchbrach schließlich Arsenals Widerstand in der Puskás Aréna.
Luis Enrique scheint den Midas-Touch zu besitzen.