US-Admiral widerspricht Berichten: Irans Raketenarsenal nicht allein durch Geschosse bestimmt
Obwohl die USA schwere Luftangriffe durchgeführt haben, hält der Iran weiterhin über erhebliche Bestände an Raketen und Drohnen. Dies wirft Fragen zum Erfolg der Angriffe auf. Ein US-Militärführer bezeichnet die in den Medien veröffentlichten Zahlen jedoch als unzutreffend und äußert sich zurückhaltend.
Brad Cooper, Kommandeur des Regionalkommandos Centcom für den Nahen Osten, widersprach Berichten, wonach Iran noch über eine Vielzahl mobiler Raketenabschussrampen verfügen soll. Er betonte, dass er keine geheimdienstlichen Informationen offenlegen könne, jedoch seien die öffentlich bekannten Zahlen aus seiner Sicht inkorrekt. Mehrere Medien hatten zuvor unter Berufung auf informierte Quellen berichtet, dass der Iran noch etwa 70 bis 75 Prozent seiner mobilen Abschussrampen sowie 70 Prozent seines Raketenarsenals besitze.
Cooper erläuterte, dass die Einschätzung der iranischen Schlagkraft nicht allein von der Anzahl der Raketen abhänge. Entscheidend seien auch die zerstörten Kommando- und Kontrollstrukturen, die Teheran empfindlich getroffen hätten. Zudem fehle dem Iran derzeit jegliche Möglichkeit, im Hintergrund neue Raketen oder Drohnen herzustellen. Erst auf Basis all dieser Faktoren lasse sich ein umfassendes Bild gewinnen.
James Adams, Direktor des US-Militärgeheimdienstes DIA, hatte bereits in einer früheren Kongressanhörung bestätigt, dass Iran weiterhin über signifikante Bestände verfüge. Trotz der durch Luftangriffe verursachten Schwächung besitze Teheran immer noch Tausende Raketen und Einweg-Kampfdrohnen, die eine Bedrohung für die USA und ihre Verbündeten in der Region darstellten.
Militär sieht die Bedrohung deutlich reduziert
Cooper erklärte, dass die Fähigkeit des Iran, die USA und ihre Partner im Nahen Osten zu bedrohen, durch US-amerikanische und israelische Militäroperationen im vergangenen Jahr erheblich eingeschränkt worden sei. Der Iran sei nicht mehr in der Lage, die USA oder ihre regionalen Verbündeten in dem Maße zu gefährden wie zuvor, so Cooper vor dem Streitkräfteausschuss des Senats. Die Bombardements hätten die iranische Rüstungsindustrie um 90 Prozent zurückgeworfen.
Darüber hinaus sprach er die nuklearen Kapazitäten des Iran an und erklärte, dass sich die sogenannte nukleare Ausbruchszeit – also die Dauer, die Iran benötigt, um ausreichend waffenfähiges Uran für eine einzelne Atombombe zu produzieren – verlängert habe. Zudem habe der Iran seine finanzielle und materielle Unterstützung für seine regionalen Stellvertreter wie die Huthi im Jemen und die Hisbollah im Libanon eingestellt, ergänzte der Admiral.