Unklare Signale: Iranische Delegation führt Gespräche trotz Trumps Drohungen fort
Unmittelbar nach dem Beginn der Verhandlungen zwischen Iran und den USA kündigte der US-Präsident neue Angriffe an. Daraufhin verließ die iranische Delegation vorübergehend den Verhandlungsort in der Schweiz. Ein US-Diplomat meldete jedoch Entwarnung.
Nach Angaben der USA laufen die Gespräche zwischen den Delegationen beider Länder in der Schweiz trotz der Spannungen um Äußerungen von Präsident Donald Trump weiter. Ein US-Diplomat erklärte in der Nacht zum Montag, die iranische Delegation sei nach wie vor im Luxushotel Bürgenstock untergebracht. Es wird erwartet, dass die Verhandlungen fortgesetzt werden.
Im Mittelpunkt der Gespräche stehe unter anderem die Klärung der „unklaren Signale des Iran“ bezüglich der Straße von Hormus, so der US-Diplomat weiter. Zudem sollen Mechanismen etabliert werden, die garantieren, dass die für den Export von Erdöl und Flüssiggas bedeutende Meerenge uneingeschränkt offenbleibt.
Schifffahrtsdaten zeigen, dass der Schiffsverkehr in der Straße von Hormus nach der erneuten Blockadeandrohung Irans stark zurückgegangen ist. Am Sonntag passierten nur fünf Schiffe die Meerenge – im Vergleich zu 26 am Vortag, wie die Analysefirma Kpler mitteilte. Das US-Militär versicherte jedoch, dass weiterhin Handelsschiffe in der Region unterwegs seien.
Laut der staatlichen iranischen Nachrichtenagentur Irna verließ die iranische Delegation am Sonntag vorübergehend den Verhandlungsort. Grund dafür waren Trumps Drohungen mit weiteren Angriffen auf den Iran wegen dessen Unterstützung der Hisbollah-Miliz im Libanon.
Abkommen soll auch Frieden im Libanon fördern
Kurz nach Beginn der Verhandlungen warnte Trump auf Truth Social: „Der Iran muss sofort verhindern, dass seine gut finanzierten, ihm nahestehenden Gruppen im Libanon Unruhe stiften. Wenn nicht, werden wir den Iran erneut sehr hart treffen – so wie letzte Woche, wenn nicht noch härter“, drohte der US-Präsident. Die von Iran unterstützte Hisbollah-Miliz war in den vergangenen Tagen in heftige Gefechte mit der israelischen Armee verwickelt.
Am Mittwoch hatten Iran und USA ein Rahmenabkommen zur Beendigung des Krieges geschlossen. Dieses sieht eine sofortige Waffenruhe für die gesamte Region, einschließlich des Libanon, vor. Israel und die Hisbollah waren jedoch nicht an dem Abkommen beteiligt.