Gelbe und rote Karten im Halbfinale: Welche Sanktionen gelten für das WM-Finale?
Nach einer Viertelfinalrunde, in der keiner der diesjährigen WM-Halbfinalisten gesperrt wurde, fehlt in diesem letzten Vierkampf in den USA nur ein Spieler. Zudem sorgt eine seit der WM in Südafrika geltende Regel dafür, dass im Halbfinale niemand auf einer gelben Karte balanciert.
Wer ist für die Halbfinalspiele der WM 2026 gesperrt?
Der einzige Akteur, der das Halbfinale aufgrund einer Sperre verpasst, ist Englands Jarell Quansah. Er steht nach seiner Roten Karte im Achtelfinale gegen Mexiko nicht zur Verfügung. Quansah wurde nach einem harten Einsteigen mit gestrecktem Bein gegen Jesús Gallardo mit einer zweispieligen Sperre belegt, die mit dem 2:1-Viertelfinalsieg gegen Norwegen begann. Der 23-Jährige ist somit erst wieder im Finale oder beim Spiel um Platz drei einsatzbereit.
Nach der umstrittenen Entscheidung des FIFA-Disziplinarausschusses, für die Rote Karte von US-Stürmer Folarin Balogun lediglich eine aufgeschobene Sperre von einem Spiel zu verhängen, forderte ein britischer Abgeordneter in einem Schreiben an Gianni Infantino, den Präsidenten des Weltfußballverbands, auch die Aussetzung von Quansahs Sperre.
Quansah erhielt jedoch nicht nur die automatische Ein-Spiele-Sperre für eine rote Karte bei der WM, sondern diese wurde sogar verdoppelt. Das Disziplinargremium stufte seinen gestreckten Tritt auf Gallardo als „schweres Foulspiel“ ein und verhängte eine zusätzliche Spielsperre. Vor dem Viertelfinale beklagte Englands Trainer Thomas Tuchel, dass es für diese Entscheidung „keine Erklärung“ gegeben habe.
Wie können Spieler das WM-Finale verpassen?
In den Viertelfinals hätte jeder Spieler, der seine zweite Gelbe Karte in der K.o.-Phase erhielt, automatisch eine Sperre von einem Spiel bekommen und wäre somit für das Halbfinale ausgefallen. Von den vier Halbfinalisten – Argentinien, England, Frankreich und Spanien – standen mehrere Spieler vor dem Achtelfinale unter dieser Sperre, doch alle blieben schadlos.
Diese Spieler sind nun nicht nur für das Halbfinale spielberechtigt, sondern haben auch ihre Gelben Karten gelöscht bekommen. Das bedeutet, dass sie bei einer Gelben Karte im Halbfinale nicht für das mögliche WM-Finale gesperrt werden. Seit dem Turnier 2010 gilt nach den Viertelfinals eine Gelb-Karten-Amnestie – eine Maßnahme, die eingeführt wurde, weil in der Vergangenheit wichtige WM-Stars wegen Gelbsperren im Halbfinale das Finale verpasst hatten.
Am bekanntesten ist dabei Michael Ballack, der 2002 das Finale verpasste, nachdem er im Halbfinale gegen den Co-Gastgeber Südkorea verwarnt wurde. Zum Zeitpunkt der Einführung der Amnestie erklärte FIFA-Sprecher Marius Schneider, der Verband wolle „den besten Spielern die Chance geben, im Finale zu spielen“ und ergänzte: „Die Diskussion wurde erstmals geführt, als Ballack ausfiel.“
Derzeit kann ein Spieler nur dann für das WM-Finale gesperrt werden, wenn er im Halbfinale vom Platz gestellt wird – entweder durch eine direkte Rote Karte oder durch zwei Gelbe Karten.
Welche Spieler profitieren von der Amnestie nach den Viertelfinals?
Insgesamt haben neun Halbfinalspieler im Viertelfinale eine Sperre durch Gelb-Sperren vermieden und ihre vorherigen Verwarnungen wurden gelöscht:
- Argentinien: Gonzalo Montiel
- England: Jude Bellingham, Marc Guéhi, Nico O’Reilly, Declan Rice
- Frankreich: Bradley Barcola, Manu Koné, Michael Olise
- Spanien: Ferran Torres
Wann finden die Halbfinalspiele der WM 2026 statt?
- Dienstag, 14. Juli, 15:00 Uhr ET: Frankreich vs. Spanien (AT&T Stadium, Arlington, TX)
- Mittwoch, 15. Juli, 15:00 Uhr ET: England vs. Argentinien (Mercedes-Benz Stadium, Atlanta, GA)
Wann findet das Spiel um Platz drei der WM 2026 statt?
- Samstag, 18. Juli, 17:00 Uhr ET (Hard Rock Stadium, Miami Gardens, FL)
Wann ist das WM-Finale 2026?
- Sonntag, 19. Juli, 15:00 Uhr ET (MetLife Stadium, East Rutherford, NJ)