Straße von Hormus offenbar offen: Iranische Delegation setzt Verhandlungen trotz Trumps Drohungen fort
Unmittelbar nach Beginn der Verhandlungen zwischen Iran und den USA kündigte der US-Präsident neue Angriffe an. Daraufhin verließ die iranische Delegation vorübergehend den Verhandlungsort in der Schweiz. Ein US-Diplomat meldete jedoch Entwarnung.
Nach Angaben aus den USA setzen die Delegationen trotz der Spannungen um Äußerungen von Präsident Donald Trump die Gespräche in der Schweiz fort. Ein US-Diplomat erklärte in der Nacht zum Montag, dass sich die iranische Delegation weiterhin im Luxushotel Bürgenstock aufhalte. Ein Schwerpunkt der Gespräche sei die Klärung der „verwirrenden Botschaften des Iran“ bezüglich der Straße von Hormus, so der Diplomat.
Wenige Stunden später verkündete das Außenministerium in Teheran am frühen Montag, dass ein Verfahren für die sichere Passage von Schiffen durch die Straße von Hormus vereinbart worden sei. Die Verhandlungsdelegation beendete nach 18 Stunden ihre Arbeit, während technische Teams weiterhin tätig sind. Die Vermittler aus Katar und Pakistan sollen ein Dokument mit den vereinbarten Grundsätzen veröffentlichen. Dies bildet die Grundlage für weitere Verhandlungen über ein abschließendes Abkommen. Auch bei der Umsetzung der Verpflichtungen der Gegenseite gebe es Fortschritte, berichten staatliche iranische Medien übereinstimmend.
Die iranische Delegation hatte am Sonntag laut der iranischen Nachrichtenagentur Irna zeitweise den Verhandlungsort verlassen. Anlass waren Trumps Drohungen mit neuen Angriffen auf den Iran aufgrund der Unterstützung Teherans für die Hisbollah-Miliz im Libanon.
Abkommen soll auch den Frieden im Libanon fördern
Kurz nach Beginn der Verhandlungen warnte Trump auf der Plattform Truth Social: „Der Iran muss unverzüglich verhindern, dass seine finanzierten, mit ihm verbundenen Gruppen im Libanon Unruhe stiften. Falls nicht, werden wir den Iran erneut sehr hart angreifen, wie wir es letzte Woche getan haben, möglicherweise sogar noch härter,“ erklärte der US-Präsident. Die von Iran unterstützte Hisbollah-Miliz war in den vergangenen Tagen in heftige Gefechte mit der israelischen Armee verwickelt.
Am Mittwoch hatten Iran und USA ein Rahmenabkommen zur Beendigung des Konflikts geschlossen. Dieses sieht eine sofortige Waffenruhe für die gesamte Region, einschließlich des Libanon, vor. Israel und die Hisbollah waren jedoch nicht Teil des Abkommens.