UN erheben Vorwürfe sexueller Gewalt gegen Soldaten aus Israel und Russland in Konfliktregionen
Zum ersten Mal erscheinen Russland und Israel auf einer Liste der Vereinten Nationen, die sexuelle Gewalt in Kriegs- und Konfliktgebieten dokumentiert. Beide Regierungen lehnen die Anschuldigungen entschieden ab, obwohl bereits im Vorjahr Hinweise darauf gegeben wurde.
Ein UN-Bericht erhebt schwere Vorwürfe gegen israelische Soldaten und Sicherheitskräfte, die sexuelle Übergriffe an Palästinensern begangen haben sollen. Die Liste der Misshandlungen umfasst laut dem Bericht des UN-Generalsekretärs António Guterres unter anderem „Vergewaltigungen, auch unter Einsatz von Gegenständen, Gruppenvergewaltigungen, versuchte Vergewaltigungen, körperliche Gewalt gegen die Genitalien sowie gezielte Schüsse auf diese Körperregion“.
Die Vereinten Nationen haben im Jahr 2025 mehrere Fälle sexueller Gewalt im Zusammenhang mit Konflikten verifiziert. Betroffen waren dem Bericht zufolge 14 Männer, 7 Frauen, 9 Jungen und 1 Mädchen aus dem Gazastreifen sowie dem Westjordanland. „Vergewaltigungen und Gruppenvergewaltigungen, teils mehrfach an denselben Opfern, wurden bei neun Personen dokumentiert, von denen die Mehrheit aus dem Gazastreifen stammt.“
Der Bericht führt die israelischen Sicherheitskräfte als Akteure auf, die glaubhaft verdächtigt werden, in bewaffneten Konflikten systematisch sexuelle Gewalt und Vergewaltigungen verübt zu haben.
Gleiche Vorwürfe gegen russische Streitkräfte
Das israelische Außenministerium bezeichnete die Entscheidung als „beschämend und absurd“ und warf vor, damit werde versucht, „eine falsche Gleichsetzung zwischen Israel und den tatsächlichen sexuellen Verbrechen der Hamas herzustellen“. Augenzeugen des Hamas-Angriffs am 7. Oktober 2023 in Israel berichteten unter anderem von Vergewaltigungen, ebenso wie aus Israel entführte Geiseln von sexualisierter Gewalt berichteten. Die UN stuften diese Vorwürfe als glaubhaft ein. Deshalb befinden sich auch Kämpfer der Hamas weiterhin auf der sogenannten schwarzen Liste der Vereinten Nationen für 2025.
Erstmals wurden in diesem Jahr auch russische Militär- und Sicherheitskräfte wegen sexueller Gewalt an Kriegsgefangenen und inhaftierten Zivilisten im Ukraine-Krieg auf diese schwarze Liste gesetzt.
Wie die israelische Regierung reagierte auch Moskau mit deutlicher Empörung. „Wir werden dem Generalsekretär einen Brief schicken, in dem wir darlegen, dass diese Anschuldigungen unbegründete Lügen sind, die Russland erneut als Bösewicht darstellen, wie es ständig geschieht“, erklärte der russische UN-Botschafter Wassili Nebensja. Er fügte hinzu, Russland dokumentiere derzeit die Behandlung russischer Kriegsgefangener durch die Ukraine und bereite einen entsprechenden Bericht vor.
Sowohl Israel als auch Russland wurden bereits im Vorjahresbericht von UN-Generalsekretär Guterres gewarnt, dass sie auf die schwarze Liste gesetzt werden könnten. Aus Protest brach die israelische Regierung gestern vor Veröffentlichung des Berichts den Kontakt zu Guterres ab.