Audimax » Politik » Überraschender Rückzug von Höne: Entstand Kubickis Alleingang bei geheimem Treffen?

Überraschender Rückzug von Höne: Entstand Kubickis Alleingang bei geheimem Treffen?

Überraschender Rückzug von Höne: Wurde Kubickis Solo-Kandidatur auf Geheimtreffen beschlossen?

Die Nachricht überraschte viele FDP-Anhänger: Bei der Wahl zum Parteivorsitz im Mai bleibt nur noch Wolfgang Kubicki als Kandidat übrig, da sein Herausforderer Henning Höne zurückgezogen ist. Ein Zeitungsbericht legt nahe, dass die Entscheidung in einem vertraulichen Gespräch zwischen beiden getroffen wurde. Dabei existieren aktuell zwei unterschiedliche Darstellungen.

Die FDP-Politiker Wolfgang Kubicki und Henning Höne haben sich offenbar früher als zunächst angenommen darauf verständigt, dass Kubicki den Vorsitz der Partei übernehmen soll. Bereits am Samstagabend, dem 9. Mai, trafen sich die beiden in Berlin. Nach Angaben der „Süddeutschen Zeitung“ wurde nach einem gemeinsamen Abendessen im China Club beschlossen, dass Höne seine Kandidatur zurückzieht. Am folgenden Tag, dem 10. Mai, präsentierten sich beide jedoch bei der offiziellen Vorstellung der Kandidaten noch öffentlich als Rivalen und warben jeweils um die Stimmen der anwesenden FDP-Mitglieder. Laut dem Bericht war ihnen die mögliche Absprache zu diesem Zeitpunkt noch unbekannt.

„Wir haben uns am vergangenen Samstag auf genau diesen Weg geeinigt“, erklärte Wolfgang Kubicki bei einem Termin auf der Nordseeinsel Föhr am letzten Wochenende. Henning Höne hingegen schilderte dies gegenüber der Zeitung anders: „Wir haben an jenem Wochenende zwar ausführlich verschiedene Szenarien diskutiert, eine endgültige Entscheidung fiel aber nicht“, so Höne. Seine Festlegung erfolgte erst Anfang der Woche, also nach der offiziellen Kandidatenpräsentation. In einem Doppelinterview mit der „Frankfurter Allgemeinen Zeitung“ am vergangenen Freitag gaben beide Politiker an, den überraschenden Rückzug Hönes „in den letzten Tagen gemeinsam geplant“ zu haben.

Stegner sieht Chancen für Liberales Comeback

Unterdessen sieht der SPD-Politiker Ralf Stegner Kubicki als FDP-Chef mit guten Erfolgsaussichten. Sollte die FDP Kubicki in der kommenden Woche zum Vorsitzenden wählen, rechnet Stegner mit einer Renaissance der Liberalen, berichtete er der SZ. Kubicki habe in Schleswig-Holstein stets zwei bis drei Prozentpunkte zusätzlich für die FDP erzielt. Diesen Effekt traut Stegner ihm auch auf Bundesebene zu. „Die FDP braucht nicht viel, um die Fünf-Prozent-Hürde zu überwinden.“

Auf Vorwürfe, Kubicki wolle die FDP zu einer zweiten AfD machen, reagierte Stegner verteidigend. „Kubicki ist kein Rechtspopulist, spielt aber gelegentlich mit rechtspopulistischen Tönen“, sagte er der Süddeutschen Zeitung. Zwar falle Kubicki manchmal falsche Entscheidungen, doch sei er ein überzeugter Anhänger des Rechtsstaates. Das Spielen mit rechtspopulistischen Strategien könne zwar schaden, der Nutzen könnte jedoch überwiegen, so Stegner: „Wenn es mehr Politiker mit Kubickis Leidenschaft in anderen Parteien gäbe, wäre die AfD womöglich kleiner.“