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Seit 2020 von China sanktioniert: Sprachtrick ermöglicht US-Außenminister Rubios Einreise

Von China seit 2020 sanktioniert: Sprach-Kniff Pekings macht Einreise von US-Außenminister Rubio möglich

US-Präsident Trump reist nach China. Um seinem Außenminister eine Einreise zu erlauben, greift Peking offenbar zu einem sprachlichen Kniff. Denn eigentlich ist Marco Rubio mit Sanktionen belegt, die eine Einreise normalerweise verhindern würden.

Die US-Delegation ist nach Asien unterwegs, zunächst in Südkorea, ehe es an diesem Mittwoch nach Peking gehen soll. Präsident Donald Trump erklärte vor der Abreise, dass der Handel zwischen den beiden Ländern im Mittelpunkt stehe. Zur Delegation zählen neben ihm Finanzminister Scott Bessent und Außenminister Marco Rubio. Letzterer steht jedoch aufgrund chinesischer Sanktionen unter Einreiseverbot.

Als Sohn kubanischer Exilanten gilt Rubio, geboren in Florida, als entschiedener Gegner kommunistischer Regime. Er hat China wiederholt wegen Menschenrechtsverletzungen scharf kritisiert. Im US-Kongress war er Mitautor eines Gesetzentwurfs, der umfassende Sanktionen gegen China wegen der Unterdrückung der muslimischen Uiguren forderte. Zudem sprach er sich konsequent für ein hartes Vorgehen gegen die chinesische Führung aus, kritisierte das Vorgehen in Hongkong und unterstützte die Demokratiebewegung dort.

Diese Haltung stieß in Peking auf Ablehnung. Im Jahr 2020 belegte die chinesische Regierung Rubio, der damals Senator von Florida war, sowie weitere US-Politiker mit Sanktionen, darunter ein Einreiseverbot, wie die „Süddeutsche Zeitung“ berichtete. Ob diese Strafmaßnahmen aufgehoben oder ausgesetzt wurden, ist nicht bekannt. Sechs Jahre später ist Rubio inzwischen Außenminister – seine Reise nach China sollte daher eigentlich an den Sanktionen scheitern.

Der Vorteil unterschiedlicher Namensschreibweisen

Dem britischen „Guardian“ zufolge hat Peking die Sanktionen nicht ausgesetzt oder eine offizielle Ausnahme erklärt, warum Rubio nun doch einreisen darf. Stattdessen ignoriert China schlichtweg, dass es sich beim US-Außenminister um denselben Marco Rubio handelt, der 2020 mit einem Einreiseverbot belegt wurde – und verwendet eine abweichende chinesische Transkription seines Namens.

Bereits kurz vor Rubios Ernennung zum Außenminister im Januar 2025 begannen chinesische Behörden und Medien laut „Guardian“, ein anderes Schriftzeichen für die Silbe „lu“ in seinem Nachnamen zu nutzen.

Zwei Diplomaten erklärten gegenüber der Nachrichtenagentur AFP, sie vermuten, dass China diese Änderung vornahm, da Rubio unter der alten Namensschreibweise sanktioniert war, inklusive des Einreiseverbots. „Die Sanktionen richten sich gegen Rubios Äußerungen und Handlungen als US-Senator in Bezug auf China“, sagte der Sprecher der chinesischen Botschaft, Liu Pengyu, laut „Guardian“. Die Sprecherin des chinesischen Außenministeriums, Mao Ning, bemerkte laut staatlichen Medien, sie habe diese sprachliche Änderung nicht wahrgenommen, werde sich aber darum kümmern. Für sie sei Rubios englischer Name entscheidend.

Der „Guardian“ berichtet außerdem, dass unterschiedliche Transkriptionen westlicher Namen im Chinesischen üblich sind. Auch US-Präsident Trump wird mit zwei Namen bezeichnet: „Telangpu“ und oft auch „Chuanpu“, eine leicht abweichende Version. Dass diese Namensvariationen jedoch genutzt werden, um ein bestehendes Einreiseverbot zu umgehen, ist ungewöhnlich. So könnte Rubio letztlich doch ohne Probleme nach China einreisen.