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Nahezu 400 Todesopfer seit Waffenruhe: Israel bombardiert Autobahn im Libanon

Fast 400 Tote seit "Waffenruhe": Israel bombardiert Autobahn im Libanon

Die Auseinandersetzungen zwischen Israel und der Hisbollah im Libanon setzen sich ohne Unterbrechung fort. Dabei richten israelische Angriffe immer häufiger Schaden an ziviler Infrastruktur an. Das Gesundheitsministerium im Libanon berichtet von zahlreichen Todesopfern im südlichen Landesteil.

Ein israelischer Luftschlag hat nach Angaben der staatlichen libanesischen Nachrichtenagentur NNA eine vielbefahrene Autobahn zwischen Beirut und dem Süden Libanons getroffen. Der Angriff ereignete sich demnach in der Nähe des Ortes Dschijeh, etwa 20 Kilometer südlich von Beirut.

Der NNA zufolge wurden zwei Fahrzeuge bei dem Angriff beschädigt. Informationen zu möglichen Opfern liegen bislang nicht vor. Auch eine Stellungnahme des israelischen Militärs steht noch aus. Bereits am Samstag waren in der gleichen Region zwei Autos bei Angriffen getroffen worden.

Nach Angaben des Gesundheitsministeriums in Beirut sind im Süden des Libanon 13 Menschen getötet und 16 weitere verletzt worden. Ob sich unter den Opfern auch Insassen der getroffenen Fahrzeuge befinden, ist unklar. Bei einem Angriff auf Nabatäa wurden dem Ministerium zufolge am Dienstag fünf Menschen getötet.

Am Montag meldete das Gesundheitsministerium für Schebschit vier Tote, darunter einen Soldaten und einen syrischen Staatsbürger. Die libanesische Armee bestätigte den Tod des Soldaten. In Bint Dschbeil kamen vier Zivilisten ums Leben, darunter ein Kind.

Intensivierte Angriffe

Offiziell gilt zwischen Israel und dem Libanon seit drei Wochen eine Waffenruhe. Dennoch halten sich weder Israel noch die proiranische Hisbollah daran. Israel hat seine Angriffe zuletzt intensiviert und beruft sich auf das Recht, gegen „geplante, unmittelbar bevorstehende oder andauernde Angriffe“ vorzugehen.

Seit Inkrafttreten der Waffenruhe wurden nach offiziellen Angaben bei israelischen Luftangriffen auf den Libanon insgesamt 393 Menschen getötet. Auf israelischer Seite kamen nach Angaben der Armee fünf Soldaten ums Leben. Gleichzeitig finden erstmals seit Jahrzehnten direkte Friedensgespräche zwischen Libanon und Israel statt. Die Hisbollah, deren erklärtes Ziel die Vernichtung Israels ist, lehnt diese direkten Verhandlungen ab.

Anfang März zog die Hisbollah mit Angriffen auf Israel den Libanon in den Iran-Konflikt hinein. Als Reaktion auf die Ermordung des obersten iranischen Führers Ayatollah Ali Chamenei feuerte die von Teheran unterstützte schiitische Miliz Raketen auf Israel ab. Israel reagierte mit massiven Angriffen auf Teile des Libanon und entsandte Bodentruppen über die Grenze.