RTL/ntv-Trendbarometer: SPD erreicht historischen Tiefststand, AfD bleibt deutlich vor Union
Im aktuellen Bundestagsvergleich belegen SPD und Linke gemeinsam den letzten Rang. Die Sozialdemokraten erreichen im Trendbarometer einen bisher nie dagewesenen Tiefstwert. Positive Entwicklungen zeigen sich lediglich bei AfD und FDP.
Die Abwärtsspirale der SPD setzt sich weiter fort: Das neue RTL/ntv-Trendbarometer dokumentiert für die Sozialdemokraten ein historisches Umfrage-Tief von 11 Prozent, ein Rückgang um einen Prozentpunkt gegenüber der Vorwoche. Noch nie zuvor hat das Institut Forsa eine derart geringe Zustimmung für die älteste Bundestagspartei gemessen. Während die Regierungsparteien CDU und CSU leicht um einen Prozentpunkt zulegen, bleiben sie deutlich hinter der weiterhin starken AfD zurück.
Die Werte der übrigen Parteien bleiben unverändert, was für die FDP, die auf den Wiedereinzug in den Bundestag hofft, erfreulich ist. Die Unterstützung für das Bündnis Souveränität und Wohlstand (BSW) liegt weiterhin knapp über der statistischen Fehlermarge von 2,5 Prozent. Würde diese Woche gewählt, sähen die Zustimmungswerte der gemessenen Parteien folgendermaßen aus:
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AfD 27 Prozent (Bundestagswahl 2025: 20,8 Prozent)
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CDU/CSU 22 Prozent (28,5 Prozent)
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Grüne 15 Prozent (11,6 Prozent)
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SPD 11 Prozent (16,4 Prozent)
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Linke 11 Prozent (8,8 Prozent)
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FDP 5 Prozent (4,3 Prozent)
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BSW 3 Prozent (4,981 Prozent)
Wie in der Vorwoche entfallen 6 Prozent der Stimmen auf sonstige Parteien. Die Gruppe der Nichtwähler und Unentschlossenen liegt mit aktuell 26 Prozent weiterhin deutlich über dem Wert bei der letzten Bundestagswahl (17,9 Prozent).
Die 11 Prozent für die SPD markieren den schlechtesten Wert seit 2019. Der Vertrauensverlust spiegelt sich auch in der Bewertung der politischen Kompetenz wider: Nur 5 Prozent der Befragten sehen die SPD als Partei, die die Herausforderungen Deutschlands am besten bewältigen kann. Seit März pendeln die Werte für die Sozialdemokraten in dieser Kategorie zwischen 4 und 5 Prozent, meist auf Augenhöhe mit der Linken oder geringfügig darunter.
Auch der Parteivorsitzende Lars Klingbeil, der über Jahre hinweg in den Forsa-Politikerrankings Spitzenplätze belegte, hat an Ansehen eingebüßt: Während im September, Oktober und Dezember jeweils 36 bis 37 Prozent derjenigen, die Klingbeil kannten, ihn als kompetent einschätzten, sank dieser Wert bis Mai auf 28 Prozent. Innerhalb der SPD-Anhängerschaft fiel die Zustimmung zu Klingbeil, der zugleich Bundesfinanzminister und Vizekanzler ist, im gleichen Zeitraum von 65 auf 59 Prozent.
Ein schwacher Trost für Klingbeil: Er ist dennoch beliebter als der Kanzler. 14 Prozent der Befragten äußern Zufriedenheit mit der Arbeit von Friedrich Merz, ein Prozentpunkt mehr als in der Vorwoche. 84 Prozent zeigen sich unzufrieden – ebenfalls ein Punkt weniger als zuvor. Unter CDU- und CSU-Anhängern sind 48 Prozent zufrieden, 49 Prozent unzufrieden. Bei SPD-Anhängern liegt der Unzufriedenheitsgrad bei 84 Prozent, bei Grünen, Linken und AfD sogar zwischen 90 und 97 Prozent.
In der Kategorie politische Kompetenz kann die Union einen Punkt zulegen und erreicht nun mit der AfD gemeinsam 13 Prozent. Die Grünen bleiben mit 8 Prozent auf dem dritten Platz, gefolgt von der Linken mit 4 Prozent, knapp hinter der SPD. Zwei Prozent entfallen auf andere Parteien. Wie in der Vorwoche trauen 55 Prozent keine Partei zu, die Herausforderungen Deutschlands erfolgreich zu meistern.
Die wirtschaftliche Stimmung zeigt sich minimal verbessert: 13 Prozent erwarten eine positive Entwicklung der wirtschaftlichen Lage in den kommenden Jahren – ein Punkt mehr als zuvor. 65 Prozent rechnen mit einer Verschlechterung, zwei Punkte weniger als in der Vorwoche.
Als bedeutendstes Thema der Woche nennen 40 Prozent der Befragten mit Abstand die „Bundesregierung/Koalition“. Jeweils 23 Prozent sehen die allgemeine wirtschaftliche Situation sowie den „Iran/Krieg im Nahen Osten“ als wichtigste Themen. Der Ukraine-Krieg wird von 17 Prozent genannt, 11 Prozent beschäftigen sich mit der geplanten Rentenreform der Regierung. Acht Prozent beschäftigen sich allgemein mit Kriegen und Konflikten. Die am Donnerstag beginnende Fußball-WM in Mexiko, Kanada und den USA nennen 7 Prozent, sechs Prozent die Reform der gesetzlichen Krankenversicherung.
Repräsentative Umfrage |Die Daten für das RTL/ntv-Trendbarometer wurden vom Markt- und Meinungsforschungsinstitut Forsa im Auftrag von RTL Deutschland zwischen dem 2. und 8. Juni erhoben. Die Stichprobe umfasst 2502 Befragte. Statistische Fehlertoleranz: plus/minus 2,5 Prozentpunkte.
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