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RTL/ntv-Trendbarometer: AfD erreicht neuen Rekordwert

RTL/ntv-Trendbarometer: AfD erreicht neuen Höchstwert

Die Umfragewerte für die Regierungsparteien sowie den Bundeskanzler bleiben weiterhin äußerst schlecht. 80 Prozent der Deutschen sind der Ansicht, dass Friedrich Merz sich nicht ausreichend um die wirtschaftlichen Herausforderungen kümmert. Diese Stimmung nutzt die AfD für sich.

Aktuell beobachtet der Extremismusforscher Gideon Botsch eine wachsende Wahlbereitschaft für die AfD unter den Wählerinnen und Wählern – ein Befund, der sich im aktuellen Trendbarometer von RTL und ntv bestätigt, wo die Partei erneut zulegt.

Obwohl die AfD sich zunehmend nach rechts bewegt, hat laut Botsch das mit einer AfD-Wahl verbundene Stigma deutlich abgenommen.

Im Vergleich zur Vorwoche gewinnt die AfD einen Prozentpunkt hinzu und erreicht damit den bislang höchsten Wert, den das Meinungsforschungsinstitut Forsa je für sie gemessen hat. Die Grünen verlieren einen Punkt, während das BSW nach mehreren Wochen wieder messbar ist. Dadurch sind die sonstigen Parteien insgesamt um drei Punkte geschwächt, da das BSW in der Vorwoche noch unter „Sonstige“ geführt wurde.

Union und SPD kommen zusammen auf nur 34 Prozent

Würde in dieser Woche der Bundestag neu gewählt, ergäbe sich folgendes Ergebnis: AfD 28 Prozent (Bundestagswahl 2025: 20,8 Prozent), CDU/CSU 22 Prozent (28,5 Prozent), Grüne 14 Prozent (11,6 Prozent), SPD 12 Prozent (16,4 Prozent), Linke 11 Prozent (8,8 Prozent), FDP 4 Prozent (4,3 Prozent), BSW 3 Prozent (4,98 Prozent), Sonstige 6 Prozent.

Union und SPD kämen damit unverändert wie in der Vorwoche zusammen nur auf 34 Prozent und hätten somit keine Mehrheit im Bundestag. Die reguläre Bundestagswahl findet erst Anfang 2029 statt.

Der Anteil der Nichtwähler und Unentschlossenen liegt mit derzeit 26 Prozent weiterhin deutlich über dem Wert der letzten Bundestagswahl (17,9 Prozent).

Auch bei der Einschätzung politischer Kompetenz steigert die AfD ihren Wert um einen Punkt. Auf die Frage, welche Partei die Probleme Deutschlands am besten lösen kann, nennen 15 Prozent die AfD. Die Union verliert einen Punkt und liegt aktuell bei 13 Prozent. Alle anderen Parteien bleiben einstellig. 53 Prozent trauen keiner Partei politische Kompetenz zu.

Die Zufriedenheit mit Bundeskanzler Friedrich Merz bleibt unverändert niedrig, während die Unzufriedenheit um einen Punkt auf 85 Prozent steigt; lediglich 14 Prozent zeigen sich zufrieden.

Unter den Anhängern der Unionsparteien sind inzwischen 57 Prozent unzufrieden mit der Arbeit des Kanzlers.

Vier von fünf Deutschen sehen Merz bei Wirtschaftspolitik als unzureichend

Im Trendbarometer wurde zudem eine weitere Frage zu Merz gestellt, deren Ergebnis für den Kanzler kritisch ausfällt. Nur noch 16 Prozent haben den Eindruck, dass er sich ausreichend um die wirtschaftlichen Probleme Deutschlands kümmert. Im September 2025 waren es 21 Prozent, im Juni 2025 noch 31 Prozent.

80 Prozent der Befragten sind der Ansicht, dass Merz die wirtschaftlichen Herausforderungen nicht genügend angeht – selbst 60 Prozent der Unionsanhänger teilen diese Meinung.

Die wirtschaftlichen Erwartungen der Deutschen bleiben weiterhin pessimistisch: 14 Prozent glauben unverändert an eine Verbesserung der wirtschaftlichen Lage in den kommenden Jahren, während 68 Prozent eine Verschlechterung prognostizieren – ein Anstieg um zwei Punkte.

Arbeit der Bundesregierung bleibt wichtigstes Thema

Im Themenradar steht die Arbeit der Bundesregierung mit 42 Prozent Nennung an erster Stelle der für die Deutschen wichtigsten Themen. Danach folgen der Iran beziehungsweise der Nahost-Konflikt mit 32 Prozent sowie die wirtschaftliche Lage mit 31 Prozent.

17 Prozent nennen den Krieg in der Ukraine als zentrales Thema, 11 Prozent Kriege und Konflikte allgemein.

Die derzeit diskutierte Reform der Krankenkassen wird von 9 Prozent als wichtigstes Thema genannt, die Situation in den USA von 8 Prozent, Benzinpreise sowie Rentendiskussion jeweils von 7 Prozent.

Breite Mehrheit für Verlängerung des Tankrabatts

Obwohl die Spritpreise im Themenradar zuletzt rangieren, haben die Deutschen eine klare Haltung zum Tankrabatt, der eigentlich im Juni ausläuft: 63 Prozent sprechen sich für eine Verlängerung der Steuersenkung von knapp 17 Cent pro Liter Benzin und Diesel „für einige weitere Monate“ aus, 33 Prozent lehnen dies ab.

Parteipolitisch betrachtet sind nur die Anhänger der Grünen mehrheitlich gegen eine Verlängerung des Tankrabatts. Die Anhänger aller anderen Parteien befürworten diese mehrheitlich. CSU-Chef Markus Söder hat bereits erklärt, er könne sich eine Verlängerung vorstellen.

Die Daten des RTL/ntv-Trendbarometers wurden vom Markt- und Meinungsforschungsinstitut Forsa im Auftrag von RTL Deutschland zwischen dem 12. und 18. Mai erhoben. Basis: 2000 Befragte. Statistische Fehlertoleranz: plus/minus 2,5 Prozentpunkte. Zur politischen Kompetenz: 807 Befragte. Fehlertoleranz: plus/minus 3 Prozentpunkte.

Die Daten zu Merz’ wirtschaftlichem Engagement sowie zur Verlängerung des Tankrabatts stammen vom 15. und 18. Mai. Basis: 1000 Befragte. Fehlertoleranz: plus/minus 3 Prozentpunkte.

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