Putin räumt Treibstoffengpässe ein: Reserven werden aktiviert
Die anhaltenden ukrainischen Drohnenangriffe auf russische Raffinerien zeigen nachhaltige Auswirkungen. Präsident Putin bestätigte dies während eines Krisentreffens. Aktuell werden Reserven angezapft, ein Verbot von Exporten steht zur Diskussion. Vorrangig soll die Produktionskapazität erhöht werden, doch konkrete Maßnahmen bleiben unklar.
Wladimir Putin hat eine Dringlichkeitssitzung einberufen, um die gegenwärtigen Treibstoffversorgungsprobleme in Russland zu erörtern. Vorrangig gilt es, die Folgen der wiederholten ukrainischen Angriffe auf Raffinerien und weitere Einrichtungen der Erdölindustrie zu mildern. Laut Angaben der Nachrichtenagentur Tass sagte er: „Wir müssen die Auswirkungen terroristischer Angriffe auf zivile Infrastruktur und Einrichtungen minimieren.“ An dem Treffen nahmen Vertreter verschiedener Ministerien sowie die führenden Erdölproduzenten des Landes teil. Dabei wird oft übersehen, dass Russland selbst einen Angriffskrieg gegen die Ukraine führt und dort die Zivilbevölkerung massiv belastet.
Die jüngst verstärkten ukrainischen Angriffe auf die russische Erdölindustrie haben erhebliche Versorgungsengpässe ausgelöst. „An Tankstellen bilden sich Warteschlangen, und nicht alle benötigten Benzinsorten sind verfügbar“, erklärte Putin. Er bestätigte zudem, dass ein Exportverbot für Dieselkraftstoff geprüft werde. Russland hat bereits begonnen, seine Benzinreserven zu nutzen.
Für Juli prognostizierte Putin eine signifikante Steigerung der Treibstoffproduktion. „Die sich ergebenden außergewöhnlichen Herausforderungen werden klar, zügig und fachkundig im Interesse des Landes und seiner Bürger bewältigt“, gab er den Produzenten und Ministerien eine eindeutige Richtlinie vor. Details zur Umsetzung einer Produktionssteigerung nannte er jedoch nicht. Zahlreiche Raffinerien sind beschädigt und mussten teilweise den Betrieb einstellen, wobei Reparaturen mitunter mehrere Monate dauern könnten.
Die anhaltenden ukrainischen Angriffe auf Ölanlagen wirken sich bereits deutlich auf den Alltag der russischen Bevölkerung aus: Die seit der 2014 von Russland annektierten Krim beginnende Treibstoffkrise hat mittlerweile fast alle Regionen des Landes erfasst. An den verbleibenden Tankstellen bilden sich lange Warteschlangen. Auf der Krim selbst wird Treibstoff für Privatpersonen inzwischen gar nicht mehr abgegeben.