Audimax » Politik » Prien erwägt Kürzung der Elterngeldbezugsdauer gegen höhere Zahlungen

Prien erwägt Kürzung der Elterngeldbezugsdauer gegen höhere Zahlungen

Im Gegenzug für höhere Zahlungen: Prien kann sich Kürzung der Elterngeld-Bezugsdauer vorstellen

Elterngeld wird vielfach genutzt, um eine längere Pause vom Beruf einzulegen. Zukünftig könnte diese Auszeit jedoch kürzer ausfallen als bisher.

Die Bundesfamilienministerin Karin Prien denkt darüber nach, die Bezugsdauer des Elterngelds zu reduzieren. Im Gegenzug wären höhere monatliche Zahlungen denkbar. „Ich kann mir vorstellen, dass man die Bezugsdauer verkürzt, aber gleichzeitig die Lohnersatzrate sowie Mindest- und Höchstbeträge anhebt“, erklärte Prien laut einer Mitteilung in einem Podcast des Portals Politico.

Aktuell steht Paaren eine gemeinsame Bezugsdauer von 14 Monaten zu, wobei ein Elternteil mindestens zwei Monate in Anspruch nehmen muss. Die Lohnersatzrate beträgt 65 Prozent des Nettoeinkommens, mit einem Mindestbetrag von 300 Euro und einem Höchstbetrag von 1800 Euro.

Prien betonte, dass Väter künftig verpflichtet werden sollten, mehr als zwei Monate Elternzeit zu nehmen, um den vollen Bezugszeitraum auszuschöpfen. „Es wäre vorstellbar, dass man hier entgegenkommt, zumindest wenn man den vollen Elterngeldbezug in Anspruch nehmen möchte“, so die Ministerin. Als Begründung führte sie den Koalitionsvertrag an, der für sie nach wie vor die wesentliche Grundlage ihrer Überlegungen darstellt: „Wir wollen mehr Partnerschaftlichkeit“, sagte sie.

Im Koalitionsvertrag ist wörtlich festgehalten, dass Anreize für „insbesondere mehr Väterbeteiligung in alleiniger Verantwortung“ geschaffen werden sollen. Dennoch gibt es Widerstand gegen eine Verkürzung der maximalen Bezugsdauer eines Elternteils, meist der Mütter, unter zwölf Monate. Aufgrund einer milliardenschweren Finanzierungslücke im Bundeshaushalt für 2027 muss Prien in ihrem Haushalt 500 Millionen Euro einsparen. Das Elterngeld stellt dabei den größten Ausgabenposten dar.