Präsident plant Personalabbau: Trumps neuer Geheimdienstdirektor soll radikal kürzen
Nach dem Rücktritt von Tulsi Gabbard als Leiterin der Nachrichtendienste sucht Präsident Trump nach einer Übergangslösung. Diese sieht er in Bill Pulte, der bisher kaum öffentlich in Erscheinung getreten ist, und beauftragt ihn unmittelbar mit einer schwierigen Aufgabe.
Laut Angaben in einer Zeitung plant US-Präsident Donald Trump eine Reduzierung der Mitarbeiterzahl in den US-Geheimdiensten. Dem „Wall Street Journal“ zufolge hat Trump den designierten kommissarischen Geheimdienstkoordinator Bill Pulte angewiesen, mit der Entlassung zahlreicher Angestellter zu beginnen. Das Büro des Direktors der Nationalen Nachrichtendienste, das 18 Bundesbehörden und -einheiten koordiniert, sei seiner Ansicht nach „überflüssig und/oder zu aufgebläht“, so der Präsident.
„Ich möchte es schlanker haben. Es gibt meiner Meinung nach viele Personen dort, die dort nichts verloren haben“, wird Trump von der Zeitung zitiert. Damit fordert er Pulte ausdrücklich auf, die Behörde, die ihm als designiertem Direktor der Nationalen Nachrichtendienste zuarbeiten wird, zu verkleinern.
Pulte soll das Amt am 30. Juni von der aktuellen Amtsinhaberin Tulsi Gabbard übernehmen, wird jedoch nur für maximal 210 Tage als kommissarischer Direktor fungieren. Am Donnerstag deutete Trump an, den 38-jährigen Leiter der Bundesbehörde für Wohnungsfinanzierung nicht dauerhaft als Direktor zu ernennen.
Kontroverse um die Ernennung
Gabbard hatte kürzlich ihren Rücktritt bekanntgegeben und als Grund eine seltene Knochenkrebs-Erkrankung ihres Ehemanns genannt, wie aus einem von ihr veröffentlichten Schreiben an Trump hervorgeht. „Ich muss mich aus dem öffentlichen Dienst zurückziehen, um ihn in diesem Kampf an meiner Seite umfassend zu unterstützen.“ Deshalb wolle sie ihr Amt zum 30. Juni niederlegen.
Pulte bringt keine Erfahrung im Sicherheitsbereich mit. Auch Außenminister Marco Rubio erklärte bei einer Anhörung im Kongress am Mittwoch, den Namen Pulte trotz seiner jahrelangen Tätigkeit im Geheimdienstausschuss des Senats nie gehört zu haben. Demokraten sowie einige Republikaner üben scharfe Kritik an der Ernennung. Pulte hatte seine bisherige Position genutzt, um Ermittlungen wegen mutmaßlichen Hypothekenbetrugs gegen mehrere vermeintliche Gegner Trumps voranzutreiben.