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Nato 3.0 startet: Sofortiger Teilabzug der US-Truppen aus Europa beschlossen

Nato 3.0 soll kommen: Teilabzug des US-Militärs aus Europa tritt "umgehend in Kraft"

Obwohl die Bedrohung durch Moskau weiterhin besteht, verringern die USA ihre Truppenpräsenz in Europa. Dies stellt einen bedeutenden Einschnitt für die Nato dar, die sich dadurch neu ausrichten muss. Gleichzeitig versucht ihr Generalsekretär, Beruhigung zu vermitteln.

Nach Angaben von Nato-Generalsekretär Mark Rutte treten die geplanten Kürzungen des US-Militärs in Europa sofort in Kraft. Vor dem Treffen der Nato-Verteidigungsminister in Brüssel betonte er, dass die europäischen Mitgliedsstaaten verstärkt Verantwortung übernehmen müssen, um militärische Kapazitäten zur Abschreckung bereitzustellen.

Rutte hob mehrfach hervor, dass es sich hierbei um Reduzierungen im Rahmen des Planungsinstruments „Nato Force Model“ handelt. Im Falle eines Krieges würden jedoch alle Verbündeten, einschließlich der USA, ihre militärischen Ressourcen maximal ausschöpfen. „Sollte es zu einem Krieg kommen, werden wir alle unsere Kapazitätsgrenzen voll ausschöpfen, um die Führung im Konflikt zu gewährleisten“, erklärte Rutte.

Das Nato Force Model legt fest, welche Mitgliedsstaaten welche Truppen und Fähigkeiten vorhalten müssen und wie schnell diese einsatzbereit sein sollen. Bereits am Mittwoch bestätigte Rutte, dass die USA künftig weniger militärische Kapazitäten für Abschreckung und Verteidigung unter Nato-Kommando in Bereitschaft halten werden.

„Erhöhte Anforderungen“ an europäische Partner

„Alles dreht sich um die Nato 3.0: Wir bauen eine stärkere Nato mit einem selbstbewussteren Europa auf“, erklärte Rutte gegenüber Journalisten. Die europäischen Nato-Staaten hätten bereits in einigen Bereichen Fähigkeiten ersetzt oder seien fast am Ziel, in anderen sei jedoch noch „erheblicher Handlungsbedarf“ vorhanden.

Unmittelbar vor dem Nato-Gipfel in der Türkei treffen sich heute die Verteidigungsminister in Brüssel. Ein Schwerpunkt der Gespräche wird sein, wie die europäischen und kanadischen Partner ihre Aufrüstungsanstrengungen vorantreiben. Beim Gipfel im Vorjahr hatten die Alliierten US-Präsident Donald Trump zugesichert, bis spätestens 2035 jährlich fünf Prozent ihres Bruttoinlandsprodukts in Verteidigung und Sicherheit zu investieren. Bislang lag das Ziel bei zwei Prozent.